Orden
Stress, Selbstzweifel, Streit: Was wir von klugen Ordensfrauen lernen können
Liebeskummer, Dating, Älterwerden, Streit mit dem Chef, Karriere: „Alles, was du gerade durchmachst, hat schon mal eine Nonne erlebt“, schreiben Ana Garriga und Carmen Urbita in ihrem Buch „Convent Wisdom“, das gerade zum weltweiten Bestseller avanciert. Die beiden spanischen Wissenschaftlerinnen haben Klosterarchive aus dem 16. und 17. Jahrhundert erforscht und sind dabei auf Lebensweisheiten gestoßen, die verblüffend aktuell und für Menschen von heute überaus hilfreich sind.
Superfromm, weltfremd, „eingesperrt“? Nein, Menschen im Kloster sind „modern“
Der Lehrer und Autor Helmut Luther aus Meran war zu Besuch in 16 Klöstern. Sind die Frauen und Männer dort „dem Himmel näher“, wie der Titel seines neuen Buches heißt? Nicht immer. Gefunden hat Luther Menschen, die lachen, streiten, zweifeln, und manchmal einfach nur Geschirr abspülen. Aber auch Frauen und Männer, von denen wir uns einiges fürs gute Leben abschauen können. In dieser Podcastfolge erzählt Luther von außergewöhnlichen Menschen, unserer inneren Sehnsucht und dem Mut zum Einfachen. Klar stellt sich am Schluss die Frage: Würde Luther jetzt selbst ins Kloster gehen?
Ein Jahr (oft allein) auf Säben: Wie geht es weiter, Pater Kosmas?
Seit einem Jahr lebt der Zisterzienser P. Kosmas Thielmann (58) vom Stift Heiligenkreuz bei Wien als Pilgerseelsorger auf Kloster Säben – dem „Heiligen Berg Tirols“. Schon zu Beginn stellte der Ordensmann klar: Die Zukunft von Säben entscheidet sich nicht in Gremien, sondern „mit Herz und Füßen“ – durch die Menschen, die kommen oder fernbleiben. Im Podcast erzählt er, wie diese stille Abstimmung gerade läuft, warum Säben eine „geistliche Lunge“ für ganz Südtirol sein könnte – und wie er seinen Alltag zwischen einsamen Mauern, Pilgern und Touristen gestaltet.
Franziskaner: Südtiroler Novize eingekleidet – Verstärkung für Bozen
Gleich zwei erfreuliche Nachrichten für die Franziskaner in Südtirol: Am Sonntag, 17. August, wurde in der Franziskanerkirche in Telfs der Südtiroler Br. Franz Aukenthaler OFM (Jg. 1998) als Novize eingekleidet. Zudem legte Br. Jan-Markus Pinjuh OFM (49) seine erste Profess ab und übersiedelt nun nach Bozen, wo er künftig auch am Franziskanergymnasium unterrichten wird.
Für ein neues Amt nach Rom – Tertiarschwester Mirjam Volgger
Als Provinzoberin in Brixen, als langjährige Leiterin der Marienklinik in Bozen, als geistliche Autorin im „Dolomiten“-Magazin: Viele im Land kennen die Tertiarschwester Mirjam Volgger. In den kommenden Jahren wird die in Pfunders geborene Ordensfrau einen Großteil ihrer Arbeitszeit in Rom verbringen.
„Martins Sonn(der)tag“: Ins Kloster gehen – war das eine gute Idee?
Sie hat 2 abgeschlossene Studien, ist blitzgescheit und kontaktfreudig, strahlt eine wärmende Fröhlichkeit aus, wirkt wie eine Frau von Welt: Warum geht so jemand ins Kloster? Seit 12 Jahren gehört Gudrun Leitgeb (39) der Gemeinschaft der Tertiarschwestern in Brixen an. Im Podcast erzählt sie, warum sie sich für das Leben als Ordensfrau entschieden hat, wie viel sie betet, was sie besitzt und wie sie reagieren würde, wenn ihr die Liebe des Lebens über den Weg läuft.
Tag des geweihten Lebens: Orden in Südtirol vor großen Herausforderungen
Die Ordensgemeinschaften in Südtirol stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Während ihre Zahl seit Jahrzehnten zurückgeht, bleibt ihr Einsatz in Bildung, Pflege und Sozialarbeit ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft. Bei der Feier zum Tag des geweihten Lebens heute im Kloster Mariengarten in St. Pauls wurde ihre Rolle gewürdigt und zugleich auf die aktuellen Herausforderungen hingewiesen.
„Martins Sonn(der)tag“: Warum fahren Sie trotzdem ins Heilige Land, P. Ulrich?
Monatelanger Krieg, blutiger Terror, wachsende Gewalt gegen die christliche Minderheit: Trotz all dem fährt Franziskaner P. Ulrich Rauch am 5. November ins Heilige Land, um dort für mindestens 4 Jahre zu wirken. Eine tiefe Sehnsucht ziehe ihn dort hin, sagt P. Ulrich. Im Podcast erzählt er von dieser Berufung, was ihn in Jerusalem erwartet und wie er die Zukunft dieser vom Frieden verlassenen Region sieht.
Zwei Jubiläen und ein Geburtstag für den Abt von Stift Stams
Stift Stams ist ein Blickfang für alle, die von Innsbruck aus oder von Landeck kommend am Zisterzienserkloster im Inntal vorbeifahren. Heuer feiert das Stift das 750 Jahr-Jubiläum. Das ist aber nicht das einzige Jubiläum: Seit 20 Jahren leitet Abt German Erd das Stift, in dieser Woche (am 9. Mai) feierte er seinen 75. Geburtstag. + von Bernhard Liensberger
„Unser Lebensstil ist topaktuell“
Armut, Gehorsam, Ehelosigkeit: In Südtirol leben rund 290 Ordensfrauen und 180 -männer nach diesen 3 biblischen Grundsätzen. Sind sie von gestern, wenn nicht gar vorgestern? Nein, meint Schwester Mirjam Volgger, die Verantwortliche (Referentin) der Diözese für Orden und Kongregationen: Vor allem der bescheidene, nachhaltige Lebensstil, der in den Klöstern seit Jahrhunderten gepflegt wird, sei hoch aktuell.
Warum „ins Kloster gehen“ für sie mehr Freiheit bedeutet
Sie hat das Zeug für eine Karriere – geht aber ins Kloster: Gudrun Leitgeb (35) aus Antholz schließt demnächst das Studium der Angewandten Sprachwissenschaften ab, ihr „Arbeitsplatz“ ist aber die Ordensgemeinschaft der Tertiarschwestern. Im Gespräch mit s+ erklärt Sr. Gudrun, warum „ins Kloster gehen“ für sie Freiheit bedeutet, warum sie Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit leben will und warum sie sich auch die Priesterweihe für Frauen wünscht.
Warum ein erfolgreicher Journalist ins Kloster geht
In der Bozner Franziskanerkirche legt der frühere „Dolomiten“-Journalist Moritz Windegger (43) heute das Versprechen ab, dass er für den Rest des Lebens dem Orden der Franziskaner angehören wird; damit verbunden sind Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit. Im Gespräch mit s+ erzählt Windegger, wo er den Ruf Gottes hörte und welches Versprechen ihm am schwersten fällt. + Von Ulrike Huber



