Die Frau ist den Ordnungskräften bereits bestens bekannt, berichtet die italienische Tageszeitung „Adige“. Zahlreiche Hoteliers und Gastronomen bezeichnen sie laut den vorliegenden Informationen als Serientäterin.
Das Muster ist laut den bisherigen Rekonstruktionen stets ähnlich: Zunächst erscheint die Frau in einer ausgewählten Unterkunft oder in einem Lokal und nimmt die angebotenen Leistungen in Anspruch. In Hotels soll sie die Nacht im gebuchten Zimmer verbringen, in Restaurants bestellt sie Speisen und Getränke.
Kommt anschließend die Rechnung, beginnt offenbar der Streit. Die Frau soll sich weigern zu bezahlen und stattdessen Gäste und Personal beschimpfen. Nicht selten werden schließlich die Ordnungskräfte gerufen, um die Situation zu beruhigen.
Nach zahlreichen Aufenthalten in verschiedenen Orten Italiens, vor allem in Norditalien, führte ihr Weg am Sonntagabend ins Trentino. Dort suchte sie ein japanisches Restaurant nördlich der Landeshauptstadt auf.
Mehr als 100 Euro offen
Wie jeder andere Gast soll die 57-Jährige zunächst darum gebeten haben, an einem Tisch Platz nehmen zu dürfen. Anschließend bestellte sie sowohl Getränke als auch Speisen. Nach dem Essen blieb eine Rechnung von mehr als 100 Euro offen.Als sie die Rechnung begleichen sollte, wollte sie dies angeblich nicht tun. Stattdessen soll sie begonnen haben, gegen die im Lokal anwesenden Personen zu schimpfen.
Gegen 22 Uhr wurde schließlich ein Streifenwagen der Polizei zum Restaurant geschickt. Die Beamten versuchten, die Frau zu beruhigen. Sie befand sich offenbar in einem deutlich erregten beziehungsweise alkoholisierten Zustand.
Die 57-Jährige wurde anschließend wegen Widerstand gegen und Beleidigung eines Amtsträgers sowie wegen betrügerischer Zahlungsunfähigkeit angezeigt. Zudem wurde sie wegen störenden Betrunkenseins sanktioniert.
Auch Hotels und Bed & Breakfasts betroffen
Die Frau soll seit längerer Zeit nach demselben Schema vorgehen und dabei von Stadt zu Stadt ziehen. Im Visier stehen zahlreiche öffentliche Lokale und Restaurants. Doch auch Hotels und Bed & Breakfasts sollen zu ihren Zielen gehören.Solche Unterkünfte sollen teilweise mithilfe ihrer Tochter und unter Verwendung gefälschter Überweisungsbelege gebucht worden sein.
Gegen die Frau liegen zahlreiche Anzeigen vor. Besonders häufig soll sie im Raum Brescia aufgetreten sein. Fälle werden außerdem aus dem Piemont, vom Gardasee und aus Südtirol genannt.
Immer wieder eine andere Begründung
Bei ihren Aufenthalten soll die Frau jeweils nach einer Begründung suchen, warum sie die Rechnung nicht begleichen müsse. Mal entsprächen die angebotenen Leistungen angeblich nicht ihren Erwartungen. Ein anderes Mal soll sie erklärt haben, kein Geld bei sich zu haben.Mit dem Vorfall in Trient ist die Liste der Orte, an denen die 57-Jährige für Ärger gesorgt haben soll, nun um die Trentiner Landeshauptstadt länger geworden. Neben einer nicht bezahlten Rechnung bleibt für das betroffene Restaurant vor allem die große Enttäuschung über den unangenehmen Vorfall.


