Ob als Party-Droge, vermeintlicher Leistungsverstärker im stressigen Arbeitsalltag oder zur Bewältigung von permanentem Druck – die Hemmschwelle beim Konsum von Kokain sinkt rasant, und das oft schon im Jugendalter
Wie der ausführliche Bericht des Therapiezentrums HANDS KDS zeigt, sind es längst nicht mehr nur Randgruppen, die zu illegalen Substanzen oder leicht verfügbaren Psychopharmaken greifen. Sucht und psychische Belastungen gehen in der heutigen Leistungsgesellschaft oft Hand in Hand.
Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab in unserer Frage des Tages!
Das Phänomen betrifft alle Lebensbereiche. Während die einen beim Sport – wie etwa bei der Bewältigung extremer Höhenmeter im Sattel – eine gesunde, körperliche Grenzerfahrung suchen, greifen andere im Alltag zu künstlichen Hilfsmitteln, um dem Druck standzuhalten oder vermeintlich besser zu „funktionieren“.
Appell an Eltern und Lehrpersonen
Zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch richtete HANDS-Direktor Bruno Marcato einen Appell an Eltern, Lehrpersonen und andere Bezugspersonen. Probleme würden oft zu spät erkannt, weil erste Warnsignale unterschätzt oder als normale Jugendphase abgetan würden.„Entscheidend ist immer, das Verhalten eines jungen Menschen im Zusammenhang mit seiner gesamten Lebenssituation zu betrachten“, betont er.
Seine Botschaft an Jugendliche lautet: „Menschen sterben auch heute noch an den Folgen von Sucht. Gleichzeitig gibt es immer die Möglichkeit, dem eigenen Leben eine neue Richtung zu geben. Freiheit bedeutet nicht, alles tun zu können. Freiheit bedeutet, wählen zu können, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Zukunft aktiv zu gestalten.“


