Am Sonntagabend haben Wirtschafts- und Finanzminister Giancarlo Giorgetti und Energieminister Gilberto Pichetto Fratin ein Dekret unterzeichnet, mit dem die Diesel-Verbrauchsteuer nochmal um zwei Tage um 14 Cent pro Liter gesenkt wird. Inklusive Mehrwertsteuer kostet Diesel an der Zapfsäule für die Autofahrer damit weiterhin 17 Cent pro Liter weniger.
Seit Tagen war darüber spekuliert worden, wie die Staatsregierung verhindern will, dass der Dieselpreis mit Auslaufen des Tankrabatts schlagartig um 17 Cent pro Liter steigt – das wären bei einer Tankfüllung von 50 Litern immerhin 8,50 Euro an Mehrkosten.
Wie es allerdings nach dem 26. August weitergehen soll, ist noch unklar, doch es gibt bereits Spekulationen ( mehr dazu lesen Sie hier).
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Überlegungen auch auf EU-Ebene
Neben der italienischen Maßnahme gibt es auch auf europäischer Ebene Überlegungen zu einem ähnlichen Vorgehen. Italien, Deutschland, Österreich, Polen, Portugal und Spanien sollen innerhalb der EU Gespräche über eine mögliche Sonderabgabe auf die zusätzlichen Gewinne von Ölkonzernen angestoßen haben.Die dadurch erzielten Mehreinnahmen könnten dazu eingesetzt werden, private Haushalte und Unternehmen angesichts der weiterhin hohen Energiekosten finanziell zu entlasten.
Damit geht es neben kurzfristigen Maßnahmen wie einer Senkung der Kraftstoffsteuern auch darum, ob die hohen Gewinne der Mineralölunternehmen zur Finanzierung von Unterstützungsmaßnahmen gegen die gestiegenen Energiepreise beitragen können.
Bisher handelt es sich jedoch lediglich um einen Vorschlag für weitere Beratungen. Eine einheitliche Regelung auf EU-Ebene wurde bislang noch nicht beschlossen.
Benzinpreise in Deutschland auf Rekordhoch
Mit den weiter ungelösten Spannungen im Nahen Osten liegen die Benzinpreise in Deutschland nur knapp unter ihrem Rekordhoch. Superbenzin der Sorte E10 kostete nach Angaben des ADAC am Samstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,165 Euro je Liter. Damit fehlen nur wenige Cent zum Allzeithoch von 2,203 Euro aus dem März 2022. Zum Vergleich: In Österreich kostete Superbenzin am Samstag im Schnitt 1,769 Euro je Liter.Für Diesel mussten Autofahrer an den deutschen Zapfsäulen am Samstag im Durchschnitt 2,260 Euro je Liter zahlen, wie der ADAC weiter mitteilte. Bei Diesel ist der Abstand zum Höchstwert aus dem April mit rund 20 Cent noch deutlich größer. Allerdings konnte auch der Diesel mit 2,029 Euro je Liter in Österreich spürbar günstiger getankt werden.
In den vergangenen Tagen und Wochen waren die Spritpreise gestiegen, besonders bei Diesel. „Nach aktuellem Stand zeichnet sich ab, dass 2026 das bislang teuerste Tankjahr überhaupt werden könnte und damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 übertreffen würde“, prognostiziert der ADAC.
Hohe Spritpreise führen regelmäßig zu Forderungen nach Entlastung der Autofahrer. Von Anfang Mai bis Ende Juni galt ein Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung den Anstieg der Spritpreise dämpfte. Nach dem Auslaufen der Steuersenkung haben die Preise an den Zapfsäulen wieder angezogen.
Österreich: Treibstoffpreise entkoppeln sich vom Rohölpreis
Der Rückgang der Rohölpreise ist an den in Österreich Tankstellen kaum zu spüren. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der UniCredit Bank Austria haben sich die Kraftstoffpreise zunehmend von den Rohölpreisen entkoppelt. Der Grund für die anhaltend hohen Spritpreise sind begrenzte Raffineriekapazitäten, die den energiebedingten Inflationsdruck hoch halten.Nach Ansicht der Ökonomen der Bank hat sich der Versorgungsengpass vom Rohöl auf die Raffineriekapazitäten verlagert. Die sogenannten Crack-Spreads - ein Maß für die Rentabilität des Raffineriesektors - stiegen kürzlich auf den höchsten Stand seit der Energiekrise von 2022.
Konkret ist der Rohölpreis in Österreich seit seinem Höchststand Anfang Mai 2026 um mehr als 20 Prozent gefallen, von umgerechnet rund 95 auf knapp über 70 Euro pro Barrel. Die Diesel- und Benzinpreise sind dagegen deutlich weniger gesunken. In der ersten Augusthälfte kostete Diesel an österreichischen Tankstellen durchschnittlich 2,01 Euro pro Liter, während Superbenzin 1,78 Euro kostete. Nach Abzug von Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer und CO2-Abgabe beliefen sich die Nettopreise auf rund 1,15 Euro für Diesel und 0,88 Euro für Benzin - ein Rückgang um nur 5 Prozent gegenüber den Höchstständen.


