Montag, 15. Juni 2026

Brixner Quantenphysiker Hannes Pichler erhält Feltrinelli-Preis

Der Theoretische Physiker Hannes Pichler aus Brixen wurde am vergangenen Freitag in Rom im Beisein von Staatspräsident Sergio Mattarella mit dem renommierten Antonio-Feltrinelli-Giovani-Preis in Physik ausgezeichnet. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung der italienischen Akademie der Wissenschaften geht an Forscher unter 40 Jahren, die in ihrem Fach außergewöhnliche und international beachtete Erfolge erzielt haben.

Physiker Hannes Pichler mit Staatspräsident Sergio Mattarella. - Foto: © Giovanni De Angelis

Die Accademia dei Lincei, Italiens nationale Akademie der Wissenschaften, verlieh am Freitag die Antonio-Feltrinelli-Preise an herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst. Der Preis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen dieser Art in Italien.

Der gebürtige Brixner Hannes Pichler, der Universität Innsbruck lehrt und forscht, erhielt im Beisein des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella den Antonio-Feltrinelli-Giovani-Preis in Physik für seine bahnbrechenden Beiträge zur theoretischen Physik an der Schnittstelle von Quantenoptik, Quanteninformation und Vielteilchenphysik.

Für die Innsbrucker Quantenphysik ist es die zweite Auszeichnung dieser Art: 2017 wurde Francesca Ferlaino mit dem Antonio-Feltrinelli-Giovani-Preis in Physik ausgezeichnet.

Mehrfach ausgezeichnet

Hannes Pichler ist Professor für Theoretische Physik mit dem Schwerpunkt Quantenoptik an der Universität Innsbruck und Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Sein Forschungsgebiet umfasst Quantenoptik, Quanteninformationsverarbeitung und Quantenvielteilchenphysik. Er wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: 2022 erhielt er einen ERC Starting Grant des Europäischen Forschungsrats, 2023 den Hans-und-Walter-Thirring-Preis und den New Horizons in Physics Prize der Breakthrough Prize Foundation, 2024 folgten der Forschungspreis der Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Ignaz L. Lieben-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Der „italienische Nobelpreis“

Die internationalen Hauptpreise wurden an den Chemiker Hiroaku Suga, die Immunologin Marina Cavazzana, den Literaturwissenschaftler Wang Hui und den Philologen Furio Brugnolo verliehen.

Der Antonio-Feltrinelli-Preis geht auf das Vermächtnis des Mailänder Unternehmers und Finanziers Antonio Feltrinelli (1887–1942) zurück, der sein persönliches Vermögen der Förderung von Wissenschaft und Kunst widmen wollte. In seinem Testament von 1936 verfügte er die Einrichtung eines Fonds, der – nach dem Vorbild der Nobelstiftung – Menschen auszeichnen sollte, die sich durch herausragende Leistungen in Künsten und Wissenschaften verdient gemacht haben.

Der Fonds wird von der Accademia Nazionale dei Lincei verwaltet, der ältesten wissenschaftlichen Akademie Italiens. Sie vergibt auf dieser Grundlage nationale und internationale Preise an Persönlichkeiten, die auf ihrem Gebiet Außerordentliches geleistet haben.

Zur Person
Hannes Pichler, geboren 1986 in Brixen in Südtirol, ist seit 2020 Professor für Quantenoptik am Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck und Arbeitsgruppenleiter am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) in Innsbruck. Er hat an der Universität Innsbruck Physik studiert und bei Peter Zoller promoviert.

Hannes Pichler aus Brixen. - Foto: © David Jordan



Von 2016 bis 2019 war er an der Harvard University als ITAMP Postdoctoral Fellow und von 2019 bis 2020 am California Institute of Technology als Gordon und Betty Moore Postdoctoral Fellow.

stol

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