Sonntag, 19. Oktober 2025

EU-Kommission klagt Italien wegen Lkw-Maut

Die Europäische Kommission hat Anfang Oktober beschlossen, Italien vor den Europäischen Gerichtshof zu zerren: Nach EU-Vorgabe müssten Lkw-Mautsätze künftig am CO2-Ausstoß orientiert werden. Während Tirol bereits an der Obergrenze liegt, hat Italien die Richtlinie bislang nicht umgesetzt – sehr zum Ärger seiner nördlichen Nachbarn.

Der Europäischen Gerichtshof soll sich mit der Maut in Italien befassen. - Foto: © "D"

Die Mauthöhe im Schwerverkehr muss sich laut der „EU-Wegekostenrichtlinie“ am CO2-Emissionsausstoß orientieren. „Saubere“ Lkw sollen demnach weniger Maut bezahlen als „dreckige“. Und Italien habe diese Richtlinie bisher nicht oder unzureichend umgesetzt, berichtet die „Tiroler Tageszeitung“ am Sonntag. Die Frist für die Umsetzung lief im März 2024 ab.

Dabei könnte sich die „EU-Wegekostenrichtlinie“ positiv auf die Entlastung des Brenner-Korridors auswirken. Allerdings bremst die niedrige italienische Maut die Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene.

Auf der Tiroler Seite sei man hingegen bereits am oberen Maut-Plafond angelangt, merkte Tirols Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) an.

Landeshauptmann Kompatscher für Umweltstaffelung

Während sich Tirol stets für eine höhere „Brenner-Korridormaut“ aussprach, könnte Italien die Lkw-Mauthöhe in Summe gleich belassen, bestätigte Europarechtsexperte Walter Obwexer gegenüber der Zeitung. Saubere Lkw würden dann billiger fahren als jene mit höheren CO2-Emissionen, die Gesamteinnahmen blieben jedoch gleich.

Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) plädierte in Rom dafür, bei der anstehenden Konzessionsvergabe für die italienische Brennerautobahn A22 die Maut-Umweltstaffelung festzuschreiben. Südtirol habe im eigenen Verantwortungsbereich, so Kompatscher, den Emissionsaspekt bereits berücksichtigt.

apa/stol

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