Wer das Jahr 2025 nur über Schlagzeilen verfolgt hat, konnte leicht verzweifeln. Krieg, Terror, Klimakatastrophen, autoritäre Rückfälle – die Flut an Nachrichten vermittelte oft den Eindruck einer Welt im freien Fall. Doch dieses Bild ist unvollständig. Während das Negative laut ist, bleibt das Positive meist leise – und wird deshalb übersehen.
2025 war auch ein Jahr stiller Durchbrüche. Beim Klima etwa: Erstmals erzeugten Sonne und Wind weltweit mehr Strom als Kohle. Solarenergie wurde laut einer Studie der University of Surrey zur günstigsten Energieform der Welt. China – ausgerechnet China – baute mehr neue Solarkapazität als der Rest der Welt zusammen, während Emissionen trotz steigenden Verbrauchs sanken. Europa knackte die 50-Prozent-Marke bei erneuerbarem Strom, Kohlekraftwerke gingen vom Netz.
Oder in der Medizin: Neue Malaria-Medikamente für Säuglinge, ein Wirkstoff, der den Erreger bereits in der Mücke stoppt, ein HIV-Präventionsmittel, wofür es nur zwei Injektionen pro Jahr braucht. Dazu neue Therapien gegen Alzheimer, Gentherapien, präzisere Krebsdiagnostik – lauter Erfolge, die keine spektakulären Bilder liefern, dafür aber Leben retten.
„ Wir dürfen die Hoffnung nicht im Lärm der Krise verlieren, denn der Fortschritt ist real. ”
— STOL-Redakteur Philipp Trojer
Auch der Schutz unseres Planeten machte große Schritte nach vorn: Das UN-Hochseeschutzabkommen trat in Kraft – ein Durchbruch zur Bewahrung unserer Ozeane. Milliarden fließen in den Artenerhalt, erste Erfolge sind sichtbar – so konnte zum Beispiel die Grüne Meeresschildkröte von der Roten Liste genommen werden. Der Internationale Gerichtshof setzte ein starkes Zeichen, indem er eine gesunde Umwelt zur Voraussetzung für die Menschenrechte erklärte. Und global wuchs – trotz allem – das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen auf einen Rekordwert.
Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Kraftvolle Beweise dafür, dass die Menschheit kollektiv in der Lage ist, monumentale Herausforderungen zu bewältigen. Dazu braucht es vor allem auch die unzähligen kleinen Gesten, Initiativen und Maßnahmen, die täglich weltweit ergriffen werden: Die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen, die mutigen Entscheidungen lokaler Politiker, die innovativen Ideen kleiner Unternehmen und die alltägliche Freundlichkeit und Entschlossenheit von Menschen wie dir und mir.
Es sind diese unaufgeregten Taten, die das Fundament für eine gute Zukunft legen und die Welt Stunde um Stunde besser machen. Wir dürfen die Hoffnung nicht im Lärm der Krise verlieren, denn der Fortschritt ist real.



