Dienstag, 6. Januar 2026

Gemeinde räumt Versäumnisse nach Feuer in Crans-Montana ein

Die Schweizer Gemeinde Crans-Montana hat nach dem Brandinferno in der Silvesternacht mit 40 Toten schwere Versäumnisse eingeräumt. Die eigentlich jedes Jahr vorgeschriebene Brandschutzkontrolle habe zuletzt 2019 stattgefunden, sagt der Präsident des Gemeinderats, Nicolas Féraud. „Wir bedauern dies zutiefst“, hielt er am Dienstag auf einer Pressekonferenz fest.

Der Bürgermeister von Crans Montana räumte öffentlich Versäumnisse ein. - Foto: © APA/KEYSTONE / CYRIL ZINGARO

„In den Jahren 2020 bis 2025 wurde der Betrieb 'Le Constellation' nicht von einem Brandschutzexperten der Gemeinde kontrolliert“, gestand Féraud. Weshalb es zu dieser Lücke kam, konnte er nicht sagen: „Wir haben heute keine Erklärung dafür.“

Die Justiz werde entscheiden, wer dafür verantwortlich sei. Vor Tagen hatte der Gemeindepräsident gegenüber Medien Vorwürfe noch zurückgewiesen, dass es beim Brandschutz „ein lasches Verhalten“ der Gemeinde gegeben habe.

Auf eine Entschuldigung bei den Angehörigen der Opfer ließ Féraud sich bei einer Pressekonferenz nicht ein. Er kämpfte aber mit den Tränen, als er sagte: „Wir sind extrem traurig. Ich werde diese Last immer tragen, die Trauer der Familien, mein Leben lang.“

„Pool von vier Staatsanwältinnen gebildet“

Indes wurde am Dienstag bekannt, dass die Strafuntersuchung zur Brandkatastrophe von der Walliser Staatsanwaltschaft auf außergewöhnliche Weise geführt wird: Vier Staatsanwältinnen sind mit dem Fall betraut. „Ein Pool von vier Staatsanwältinnen wurde gebildet“, sagte die Walliser Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die stellvertretende Generalstaatsanwältin Catherine Seppey habe die Leitung des Verfahrens übernommen.

apa

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