Um die Zahl der Hitzetoten ist in Frankreich ein politischer Streit entbrannt, nachdem mehrere Grünen-Politiker bis zu 10.000 zusätzliche Todesfälle gemutmaßt hatten. Die Gesundheitsbehörde hatte am vergangenen Wochenende etwa 1.000 zusätzliche Todesfälle registriert, aber zugleich erklärt, dass die Zahl voraussichtlich steigen werde. Der Chef der Pariser Krankenhäuser, Nicolas Revel, geht davon aus, dass es mehr Todesfälle durch Hitze sein werden als 2025. Damals wurden 5.700 Hitzetote registriert.
Hohe Zahl an Badeunfällen
Unterdessen stieg die Zahl der Toten durch Badeunfälle seit Beginn der Hitzewelle in Frankreich auf 90, unter ihnen viele junge Menschen. In den vergangenen Tagen habe es wieder weniger Todesfälle durch Ertrinken gegeben. „Es zeigt, dass es mit der Hitze zu tun hat, die Menschen suchen Abkühlung“, sagte Sport- und Jugendministerin Marina Ferrari. Zu den Opfern zählten Kleinkinder, aber auch junge Menschen, die Risiken eingingen – etwa Sprünge von Brücken oder das Baden in unbeaufsichtigten Gewässern.Sie räumte ein, dass es in ländlichen Gebieten zu wenige Schwimmbäder gebe. „Wir müssen mehr Menschen für das Schwimmen in freien Gewässern ausbilden“, sagte sie. Zudem solle die Ausbildung der Rettungsschwimmer verbessert werden.
Die Ministerin kündigte außerdem neue Regeln für das Abhalten von Sportereignissen während Hitzewellen an. Am vergangenen Sonntag war ein Sportler ums Leben gekommen, der in Nizza an einem improvisierten Ironman-Wettbewerb teilgenommen hatte, nachdem der offizielle Wettkampf wegen der Hitze abgesagt worden war. „Wir werden unsere Terminkalender anpassen müssen“, sagte die Ministerin mit Blick auf die Wettkämpfe. Zudem solle es künftig offizielle Erfrischungspausen geben, ähnlich wie bei der Fußball-WM.


