Donnerstag, 2. Juli 2026

Japankäfer in Südtirol: Sichtungen müssen sofort gemeldet werden

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein aus Ostasien eingeschleppter, invasiver Quarantäneschädling. Er richtet an über 300 Pflanzenarten – darunter Obstbäume, Weinreben, Mais – massive Fraßschäden an, weshalb seine Ausbreitung in der EU streng überwacht wird. Einzelne Exemplare wurden bereits in Südtirol gefunden. Deshalb wurde jetzt eine Info-Kampagne gestartet, Sichtungen müssen unverzüglich gemeldet werden.

Die Verbreitung des Japankäfers muss unbedingt verhindert werden. - Foto: © LPA/Pflanzenschutzdienst Region Lombardei/Federico Bonetti

Der Japankäfer verursacht etwa im Piemont massive Schäden im Weinbau, auch in der Lombardei, im Veneto, in der Emilia-Romagna und im Friaul ist der Schädling verbreitet. Vor einem Jahr waren vier einzelne Japankäfer an drei Orten in Südtirol gefunden worden, jedoch nur in den von den Pflanzenschutzinspektoren aufgestellten Fallen.

„Wir beobachten diese Entwicklung aufmerksam und behalten die Ausbreitung des Japankäfers durch ein gezieltes Monitoring genau im Blick“, betont Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher: „Durch frühzeitiges Erkennen und rasches Melden können wir gemeinsam dazu beitragen, eine Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.“

Kontrollen verstärkt

„Der Landespflanzenschutzdienst führt zusammen mit dem Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau an Fundstellen verstärkte Kontrollen mit Pheromonfallen durch“, berichtet Stefano Endrizzi, verantwortlich für den Pflanzenschutzdienst in der Landesabteilung Landwirtschaft. Nach mehreren Nachweisen im Vorjahr wurde von 15 auf 24 Fallen aufgestockt, 307 Kontrollen haben der Pflanzenschutzdienst und der Beratungsring bis Ende September durchgeführt.


Mit Flyern und Postern informiert der Landespflanzenschutzdienst über Symptome und Schäden des Japankäfers sowie über seine Erkennung, verbunden mit der Aufforderung, Verdachtsfälle oder Funde sofort zu melden, um eine Verbreitung zu unterbinden. - Foto: © LPA/Maja Clara



„Seit Anfang Juni führen wir wieder Kontrollen durch und haben die visuellen Kontrollen auf 405 erhöht – bisher haben wir keine Japankäfer gefunden“, unterstreicht Endrizzi: „Damit das möglichst so bleibt, haben wir eine Informationskampagne gestartet, mit 5.000 zweisprachigen Flyern und Postern, die wir derzeit auf den Raststätten der Brennerautobahn und der Schnellstraße MeBo verteilen, ebenso über Beratungsring, Versuchszentrum Laimburg und unibz.“

Verdachtsfall oder Fund eines Japankäfers melden

Ein Verdachtsfall oder ein Fund eines Japankäfers muss – mit Foto – unverzüglich dem Landespflanzenschutzdienst gemeldet werden (Telefon 0471/415 140, E-Mail: [email protected]).

Nur so kann der Verbreitung des Schädlings vorgegriffen werden. Weitere Informationen über den Japankäfer und andere Pflanzenschädlinge findet man online.

lpa

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