Diese umfassen zehn ausführliche Gebete mit Momenten der Stille und gemeinsamen Bitten. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden auch heuer zwei zusätzliche Anliegen aufgenommen: für die Menschen in den Kriegsgebieten sowie für Frieden in der Welt.
Die Frage „Warum?“ bleibt offen
In seiner Predigt stellte Bischof Muser die wiederkehrende „Warum“-Frage in den Mittelpunkt. Eine Frage, die sich durch die Leidensgeschichte zieht und bis heute viele Menschen bewegt. Am Beispiel von Judas zeichnete er das Bild eines Menschen, der daran zerbricht: „„Warum?„ Diese Frage hämmert in seinem Kopf.“ Zugleich machte der Bischof deutlich, wie nahe diese Erfahrung auch heute ist: „Wie oft kann auch ich Gott nicht verstehen?“Der Karfreitag sei keine bloße Hinführung zum Osterfest, sondern „furchtbare Wirklichkeit - auch heute noch“ und zeige, „wie brutal Menschen auch heute noch sein können“. Er fordere dazu heraus, das Leid nicht zu verdrängen: „Der Karfreitag zwingt mich, die Augen nicht länger vor dem Kreuz zu verschließen.“ Gerade in dieser Spannung bleibe jedoch die Hoffnung bestehen, dass „nichts […] uns von seiner Liebe trennen“ kann.


