Mittwoch, 5. August 2026

Klick, und schnell wieder weg: Warum reisen wir Hotspots hinterher?

Pragser Wildsee, Drei Zinnen, Villnöß oder Seceda: Prächtige Bilder befeuern auch den Tourismusboom in Südtirol. Warum locken Fotos so viele Menschen an? Warum wollen viele das millionenfach fotografierte Motiv selbst einfangen? Julia E. Beelitz, Professorin für nachhaltiges Tourismusmanagement in Worms, liefert Erklärungen.

Die spektakulären Bilder einer TV-Serie locken Scharen von Touristen an den Pragser Wildsee. Diese schießen selbst täglich Tausende Fotos von diesem Hotspot. Wie ist diese Sucht nach schönen Bildern zu erklären? - Foto: © Shutterstock

Viele in Südtirol fragen sich: Was bringt sie dazu, an Plätze zu reisen, die sie sowieso schon im Fernsehen oder auf Fotos im Web gesehen haben?

Julia E. Beelitz: Bilder sind im Vergleich zu einem Besuch vor Ort ein sehr eindimensionales Erlebnis: Ich kann sie mir anschauen, ihre Ästhetik genießen und sie mit anderen Ansichten vergleichen – aber das ist es dann auch schon. Selbst eine Attraktion zu besuchen, ist dagegen ein umfassendes sinnliches Erlebnis: Ich werde mir vor Ort nicht nur ein eigenes Bild vom Sehenswerten machen können, sondern auch z.B. akustische, gustatorische und taktile Reize erfahren. Damit ergibt sich ein tieferer Eindruck, der sich zudem verstärkt, wenn ich mit den Menschen vor Ort in Kontakt komme; dazu kommt das Gefühl des persönlichen Wachstums, das sich einstellt, wenn ich etwaige Hürden wie die Mühe der Anreise bewältige, um etwas zu erleben. In der Gesamtsicht kann man also sagen: „The real thing“ ist eindrücklicher als der reine Konsum von Bildern.


Lesen Sie das komplette Interview in der aktuellen Ausgabe des „Katholischen Sonntagsblattes“.

Tourismusforscherin Julia E. Beelitz (Worms) - Foto: © privat

stol

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