Laut der Erhebung des Arbeitsförderungsinstituts (AFI) sprechen sich 61 Prozent der Südtiroler gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten und für einen einkaufsfreien Sonntag aus. Auch wenn es lokal Unterschiede gibt, so scheinen für die meisten Befragten ausgedehnte Öffnungszeiten zwischen Montag und Freitag ausreichend zu sein.
Großen Respekt zollt der KVW-Vorsitzende Werner Steiner all jenen Arbeitnehmern, die auch an Sonn- und Feiertagen unverzichtbare Dienste leisten. Ob in Krankenhäusern, Pflegeheimen, im öffentlichen Nahverkehr, in der Gastronomie, im Tourismus oder in der Landwirtschaft – ohne ihren Einsatz würde vieles stillstehen.
Kritisch sieht Werner Steiner hingegen Bestrebungen, die Sonntagsarbeit auf weitere Bereiche auszuweiten. Wo sie nicht zwingend notwendig ist, müsse die Sonn- und Feiertagsruhe erhalten bleiben, so Steiner. Sie diene dem Schutz der Arbeitnehmer, fördere die Gesundheit und schaffe Zeit für Familie und soziale Beziehungen.
Auch die KVW-Frauen schlagen schon seit Jahren in die gleiche Kerbe. „Der Sonntag ist der Akku für die ganze Woche“, betont die KVW-Frauenvorsitzende Heidrun Goller. Gerade in einer Zeit zunehmender Belastungen brauche es regelmäßige Erholungsphasen. Einkäufe könnten problemlos an den übrigen sechs Wochentagen erledigt werden. Der Sonntag solle deshalb dort, wo es möglich ist, ein geschützter Ruhetag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleiben.
Die aktuelle Studie des AFI gibt ihnen recht. Rund 47 Prozent der Befragten gehen demnach nie am Sonntag einkaufen, 26 Prozent selten, 17 Prozent ab und zu und nur 10 Prozent nutzen das Angebot häufig.


