Dienstag, 8. September 2026

Nordtirol: Wolf ohne Abschussverordnung geschossen

Ein Wolf hat offenbar vergangenen Sonntagvormittag auf einer Heimweide nahe einer Siedlung in Arzl im Pitztal (Bezirk Imst) sechs Ziegen gerissen bzw. getötet. Am Abend wurde dann in demselben Bereich ein Wolf erlegt, wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet hatte. Für das betreffende Jagdgebiet sei keine der sonst üblichen Abschussverordnungen des Landes vorgelegen bzw. in Kraft gewesen, hieß es vom Land.

Der Wolf war nach dem Fund toter Ziegen ohne Abschussverordnung erlegt worden. - Foto: © APA/AFP / JOEL SAGET

Die Verantwortlichen erinnerten daran, dass sogenannte Schad- und Risikowölfe im Bundesland Tirol nur dann entnommen werden dürfen, wenn entweder eine Maßnahmenverordnung bestehe oder „Gefahr in Verzug“ sei, also durch den Wolf das Leben oder die Gesundheit der „in einem ausgewiesenen Alpschutzgebiet oder auf einer landwirtschaftlichen Weidefläche gehaltenen landwirtschaftlichen Nutztiere gegenwärtig gefährdet oder unmittelbar bedroht ist“. Ob die Voraussetzungen für den Abschuss des Wolfes im Fall von Arzl im Pitztal vorlagen, sei nun Gegenstand von Erhebungen.

Aufgrund des Rissbildes mit massiven Kehlbissen sei jedenfalls von einem Wolf als Verursacher für die Tötung der Ziegen auszugehen, hieß es. Der Kadaver des Wolfes wurde indes durch einen Amtstierarzt begutachtet, DNA-Proben seien bereits genommen worden. Diese würden an das Forschungsinstitut für Wildtierkunde an die Veterinärmedizinische Universität Wien geschickt. Die Ergebnisse zur DNA-Analyse seien in den kommenden Wochen zu erwarten.

apa

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