Dienstag, 9. Juni 2026

Südtirol wächst: Erstmals mehr als 542.000 Einwohner

Die Bevölkerung Südtirols ist auch 2025 weiter gewachsen. Neue ASTAT-Daten zeigen aber deutliche Unterschiede zwischen den Gemeinden, eine alternde Gesellschaft und erstmals mehr Todesfälle als Geburten.

Erstmals fällt das natürliche Bevölkerungswachstum in Südtirol negativ aus: 2025 gab es mehr Todesfälle als Geburten. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Zum Jahresende 2025 lebten 542.134 Menschen in Südtirol. Das sind 2.455 mehr als ein Jahr zuvor und entspricht einem Bevölkerungswachstum von 4,5 Promille.

Entscheidend für dieses Plus war ausschließlich die Zuwanderung. Der Wanderungssaldo lag bei 4,7 je 1.000 Einwohner. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung fiel dagegen erstmals leicht negativ aus: Auf 4.650 Geburten kamen 4.753 Todesfälle. Damit ergibt sich ein Geburtendefizit von 103 Personen beziehungsweise ein natürliches Wachstum von minus 0,2 Promille.

Vinschgau mit den meisten Geburten

Innerhalb Südtirols zeigen sich deutliche Unterschiede. Die höchste Geburtenrate verzeichnete der Vinschgau mit 10 Geburten je 1.000 Einwohner. Die niedrigste wurde in Bozen mit 7,4 Promille registriert.

Die Landeshauptstadt wies gleichzeitig die höchste Sterberate auf. Dort kamen 10,1 Todesfälle auf 1.000 Einwohner. Am niedrigsten war die Sterberate in der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern mit 7,6 Promille.

Die Lebenserwartung bleibt in Südtirol höher als im italienischen Durchschnitt. Sie wird für Männer auf 82,7 Jahre und für Frauen auf 86,4 Jahre geschätzt.

27 Gemeinden verlieren Einwohner

Nicht alle Gemeinden entwickelten sich gleich. In 27 Gemeinden sank die Einwohnerzahl, eine Gemeinde verzeichnete einen Stillstand, während 88 Gemeinden zulegten.

Die größten Bevölkerungsrückgänge im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurden in Altrei (-22,9 Promille), Proveis (-20,4 Promille) und Prettau (-15,6 Promille) festgestellt.

Die stärksten Zuwächse gab es in Waidbruck (+76,6 Promille), Tscherms (+42,0 Promille) und Franzensfeste (+29,4 Promille).

39 Gemeinden wiesen eine negative Geburtenbilanz auf – fünf mehr als im Vorjahr. In neun dieser Gemeinden kamen zusätzlich mehr Menschen weg als neu zuzogen.

Mehr als die Hälfte lebt auf dem Land

Südtirol bleibt ein überwiegend ländlich geprägtes Land. Rund 306.600 Menschen beziehungsweise 56,5 Prozent der Bevölkerung leben in einer der 109 Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern.

In den Stadtgemeinden wohnen insgesamt 235.563 Menschen. Allein auf Bozen entfallen 106.901 Einwohner oder 19,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Meran zählt 41.658 Einwohner, Brixen 23.350.

Zusammen leben in den weiteren größeren Gemeinden Leifers, Bruneck, Eppan und Lana 63.654 Menschen.

Bevölkerung wird älter

Auch die Alterung der Bevölkerung setzt sich fort. Das Durchschnittsalter ist in den vergangenen 20 Jahren von 40 auf 44 Jahre gestiegen.

2025 lebten in Südtirol 272.847 Frauen und 269.061 Männer. Damit kommen auf 100 Frauen rechnerisch 98,6 Männer.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist unverheiratet. 38,8 Prozent sind verheiratet oder gesetzlich getrennt, 0,1 Prozent leben in einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft.

Auffällig bleibt auch die Entwicklung der Haushalte. Laut ASTAT setzt sich der Trend zu kleineren Familienformen fort. Ein Südtiroler Haushalt besteht im Durchschnitt aus 2,2 Personen.

Unterm Strich wächst Südtirol damit zwar weiter. Die aktuellen Bevölkerungszahlen zeigen aber auch, dass dieses Wachstum inzwischen ausschließlich durch Zuwanderung getragen wird.

stol

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