Bei der Beute handelt es sich um das weltberühmte, historische Diamantcollier der Königin Nazli von Ägypten, das 1939 vom Pariser Luxusjuwelier Van Cleef & Arpels im Art-déco-Stil gefertigt wurde, bestätigte die Polizei der APA.
Zum Wert machte Polizeisprecherin Anna Gutt keine Angaben. Laut Datenbank des Auktionshauses Sotheby's erzielte das Collier vor zehn Jahren bei einer Versteigerung in New York einen Wert von 4,3 Millionen Dollar (rund 3,7 Millionen Euro). Das Collier ist mit mehr als 600 runden Diamanten sowie Diamanten im Baguetteschliff besetzt, die in einem strahlenförmigen Motiv angeordnet sind. Die Königin gab dieses Collier sowie eine dazu passende Tiara für die Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit dem iranischen Kronprinz und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi in Auftrag.
Am Freitag waren die Ermittler damit beschäftigt, im MAK Spuren und auch Bilder aus den Überwachungskameras zu sichern. Ausgewertet werden laut Anna Gutt auch Aufnahmen von Kameras in der Umgebung - an Straßenzügen oder U-Bahn-Stationen. Auch Zeugen werden nun befragt, die den Diebstahl in dem Museumsraum mitbekommen haben. Die beschuldigten Männer kamen am frühen Donnerstagnachmittag in das Museum, kauften sich Eintrittskarten und besuchten die Ausstellungsräume. In welcher Form die Täter bezahlten, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Ein Mann schlug mit dem Hammer das Sicherheitsglas der Vitrine ein, während der zweite die Waffe zog. Die beiden dürften genau gewusst haben, welches Stück sie mitnehmen. Ob es sich um eine Auftragsarbeit gehandelt haben könnte, bestätigte Gutt nicht, da die Ermittlungen noch laufen. Das Duo flüchtete zu Fuß Richtung Stadtpark. Ob sie danach in ein Auto stiegen oder anders das Weite suchten, ist noch unklar.
Lichtbilder der Tatverdächtigen aus dem Museum wurden mittlerweile gesichert. In der Nacht auf Freitag veröffentlichte die Polizei Beschreibungen der beiden Männer. Es handle sich um 1,70 bis 1,75 Meter große Männer mit schlanker Statur, dunklen Haaren und dunklem Bart, schwarzer Oberbekleidung sowie dunklen Turnschuhen mit weißer Sohle.
In der gesamten Innenstadt waren bis in den späten Abendstunden hinein zahlreiche Einsatzkräfte aufgrund der Fahndung nach den Verdächtigen unterwegs. An der Suche waren die Bereitschaftseinheit Wien, die Polizeidiensthundeeinheiten Wien und Niederösterreich sowie das Landeskriminalamt Wien beteiligt. Auch die Kulturgutfahndung des Bundeskriminalamts wurde bereits eingeschaltet.


