Im Biodiversitätsmonitoring, insbesondere jenem für Vögel, haben sich die Forschungsprogramme in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt: In vielen Fällen wurde die klassische Feldarbeit durch den Einsatz von Algorithmen und künstlicher Intelligenz ergänzt oder teilweise ersetzt. Innovative Technologien wie das Passive Akustische Monitoring (PAM), bei dem Mikrophone Vogelgesänge aufzeichnen und diese anschließend automatisch identifiziert werden, gewinnen in der Ökologie zunehmend an Bedeutung.
Ihr größter Vorteil liegt in der großen Datenmenge, die sie erfassen können, sowie im langen zeitlichen Erfassungszeitraum. Gleichzeitig bringt diese Datenfülle jedoch auch neue Herausforderungen mit sich, weshalb die Ergebnisse mit entsprechender Vorsicht interpretiert werden müssen.
Da immer mehr Monitoringprogramme PAM einsetzen, ist es entscheidend zu verstehen, inwieweit diese Methode mit dem traditionellen Monitoring vergleichbar ist. Aus diesem Grund hat das Institut für Alpine Umwelt im Jahr 2024 das Passive Akustische Monitoring von Vögeln in das Biodiversitätsmonitoring Südtirol (BMS) integriert. Durch die Kombination klassischer Punkt-Stopp-Zählungen mit dem Einsatz von Mikrophonen im Gelände untersuchen die Fachleute, wie leistungsfähig diese neuen und innovativen Monitoringmethoden tatsächlich sind. Nach drei Jahren Datenerhebung wurden die aus beiden Methoden gewonnenen Diversitätsindizes miteinander verglichen und die Ergebnisse analysiert.
Darum geht es bei einem von Eurac Research und der Plattform Biodiversität Südtirol organisierten Kolloquium am Mittwoch, 9. September, um 18 Uhr im Naturmuseum Südtirol. Es referiert der am Institut für Alpine Umwelt von Eurac Research in Bozen tätige Biologe und Ornithologe Jarek Scanferla. Das Gespräch erfolgt auf Italienisch.
Obwohl sich der Referent hauptsächlich auf Vögel konzentriert, wird stellt er auch neue Monitoringansätze für andere Organismengruppen wie Nachtfalter und Fledermäuse vor. Ziel ist es, diese neuen Technologien näherzubringen und ihren Einsatz sowie die zukünftige Rolle der klassischen Feldökologie und der Ökologinnen und Ökologen kritisch zu diskutieren.
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung auf der Website des Museums wird jedoch empfohlen.


