Während es gestern wieder einmal heftig wetterte, suchten einige Pendlerinnen und Pendler einen trockenen Unterschlupf in der Unterführung, die die Bahnsteige des Bozner Bahnhofs miteinander verbindet. Nicht schlecht staunten sie, als auch diese einer riesigen Pfütze glich. Grund dafür sind die Marmorwände, die alles andere als dicht zu sein scheinen: Wie auf Videoaufnahmen zu sehen ist, quoll aus einem Riss in der Wand massenweise Regenwasser.
Festgehalten hat diese fragwürdigen Szenen der Filmemacher Moritz Holzinger. Auf den sozialen Medien thematisiert der Brixner häufig Mobilitätsthemen, weshalb ihm dort Tausende Menschen folgen. Entsprechend schnell haben sich die Aufnahmen verbreitet und hitzige Diskussionen entfacht ( hier geht's zum Video auf Instagram).
Aber damit nicht genug: Noch größer wurde der Ärger unter den Pendlerinnen und Pendlern, als sie feststellen mussten, dass der am Bahnsteig wartende Zug abgesperrt war – ebenso zu sehen auf einem von Holzingers Videoclips. Die Reisenden sollen in der Zwischenzeit also auch den Zug nicht betreten haben können. „Der Zug öffnete erst 30 Sekunden vor Abfahrt seine Türen“, erzählt Holzinger.
In einem Statement bekräftigt der selbst ernannte „Mobilitätsinspektor“ anschließend: „Oft sind es die kleinen Dinge, die das Zugfahren unangenehm machen. Wir können noch so viele Infrastrukturprojekte umsetzen: Solange solche Kleinigkeiten, wie im Video erklärt, nicht funktionieren, werden die Menschen nicht auf die Mobilität der Zukunft umsteigen.“
Der Aufruhr schien Wirkung zu zeigen: Noch am Freitag war ein Techniker vor Ort, hat die Unterführung begutachtet und die beiden Risse in der Wand markiert. Sanierungsarbeiten wurden jedoch noch keine durchgeführt.


