Freitag, 24. Juli 2026

Zürich: Arzt soll Patientinnen unter Narkose missbraucht haben

Ein Arzt soll in Zürich jahrelang Patientinnen unter Narkose nackt gefilmt und sexuell missbraucht haben. Der 65 Jahre alte Facharzt für Magen, Darm und Verdauung aus Österreich wurde verhaftet und sitzt in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mitteilt.

Gegen den Arzt wird ermittelt. - Foto: © dpa-tmn / Christin Klose

Die Staatsanwaltschaft führt ein Strafverfahren „wegen Verdachts auf Schändung, Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und weitere Delikte zum Nachteil von Patientinnen in seiner Zürcher Praxis“.

Schändung ist nach Schweizer Strafrecht sexueller Missbrauch einer Person, die zum Zeitpunkt der Tat nicht urteils- oder widerstandsfähig war. „Es gilt die Unschuldsvermutung bis zu einem rechtskräftigen Verfahrensabschluss“, betont die Staatsanwaltschaft.

Auch Ermittlungen in Österreich

Nach Medienberichten kamen die Ermittlungen ins Rollen, weil eine Patientin eine Handykamera entdeckte, die auf den Behandlungsbereich gerichtet war. Der Arzt soll Frauen am Abend für angeblich nötige Untersuchungen in die Praxis bestellt haben, als das Personal schon gegangen war.

Ermittlungen gibt es auch in Österreich, wo der Arzt in Graz eine Praxis führte. Nach einem Bericht des österreichischen Senders ORF bekamen die Behörden im Herbst 2025 einen Hinweis der Schweizer Kollegen. Es sei Videomaterial sichergestellt worden und werde ausgewertet.
Wie viele Frauen betroffen sind, ist nicht bekannt. Nach österreichischen Medienberichten sollen die heimlichen Aufnahmen schon 2012 begonnen haben.

dpa

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