Um die Geschichte der Autonomie zu erzählen, entschied sich der Landtag bewusst für ein Wandertheater. Die Idee dahinter sei, einerseits auf die Reise der letzten 80 Jahre zurückzublicken, wie Landtagspräsident Angelo Gennaccaro bei der gestrigen Vorstellung betonte. „Gleichzeitig soll das Theater symbolisieren, dass die ‚Wanderung‘ noch lange nicht zu Ende ist.“ Den jungen Südtirolerinnen und Südtirolern von heute obliege die Verantwortung, die Autonomie in Zukunft erfolgreich weiterzuführen.
Das Theaterstück trägt den Namen „Das Gedicht von Erde und Wasser“. Francesco Nicolini hat es eigens für das große Autonomie-Jubiläum geschrieben. Produziert wurde das Stück in Zusammenarbeit mit dem „Teatro Stabile Bozen“ und den Vereinigten Bühnen Bozen.
Die Hauptfiguren sind eine deutschsprachige Frau, eine italienischsprachige Frau und ein junger ladinischsprachiger Mann. Sie verkörpern drei unterschiedliche Erinnerungen, Empfindungen und Perspektiven und werden im Dialog die Geschichte Südtirols von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart nachzeichnen.
Am späten Freitagnachmittag, den 4. September, verwandelt sich die Bozner Altstadt also in eine große Theaterbühne. Das Publikum wird dem Schauspiel auf einem Rundgang mit insgesamt fünf Etappen folgen – an jeder Station wird eine Szene des Textes aufgeführt. Startpunkt ist um 18.30 Uhr am Silvius-Magnago-Platz (siehe Infografik).
Das Theater wird anschließend jeweils am Rathausplatz, am Obstplatz und am Kornplatz fortgesetzt. Der letzte Teil des Stücks findet um 19.50 Uhr im Bahnhofspark statt. Auch für eine gute musikalische Umrahmung ist gesorgt. Die Teilnahme am Wandertheater ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
Lichterprojektion aus zahlreichen „Selfies“
Bei der Rückkehr zum Magnago-Platz wird die Fassade des Landtagsgebäudes zur Leinwand für eine großformatige Installation des Künstlers Marcello Arosio. Jeder kann sich am Kunstwerk beteiligen, indem er ein „Selfie“ knipst und dieses auf der entsprechenden Webseite hochlädt.Die Porträts der Bürgerinnen und Bürger werden direkt in die Lichterprojektion eingebunden und formen ein lebendiges und sich ständig veränderndes Mosaik. Wer mitmachen möchte, kann das „Selfie“ entweder vor Ort hochladen oder schon jetzt über https://ondastudio.art/faces-bolzano/.
Der Hauptteil der Jubiläumsfeier zum Tag der Autonomie findet indes am Samstag, 5. September, im Meraner Kurhaus statt (siehe Kopfspalte).


