Dienstag, 7. Juli 2026

Schulproteste: Allianz der Kultur schlägt Alarm

Die Schulproteste des vergangenen Schuljahres hinterlassen nach Ansicht der „Allianz der Kultur“ tiefe Spuren in der Südtiroler Kulturlandschaft. In einem offenen Brief nimmt das Netzwerk die Landesregierung, Gewerkschaften und Initiativgruppen in die Pflicht. Die Botschaft der Kulturschaffenden ist unmissverständlich: Viele Freiberufler stünden vor dem beruflichen Ruin, während den Schülern der Zugang zu kultureller Bildung wegbreche.

Der unkomplizierte Zugang zu Kultur über die Schulen sei ein entscheidender Faktor für die kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen; unabhängig vom familiären Hintergrund, unterstreicht die Allianz. - Foto: © shutterstock

Rund drei Wochen nach dem Beginn der Sommerferien zieht die Allianz der Kultur eine bittere Bilanz des abgelaufenen Schuljahres. Die anhaltenden Protestmaßnahmen hätten weitreichende Konsequenzen für die gesamte Kultur-Branche, wie die Allianz betont.

Weil Kooperationen und Projekte im Zuge der Proteste gänzlich weggefallen seien, hätten bereits zahlreiche freie Kulturschaffende ihre bisherige Tätigkeit aufgeben und sich umorientieren müssen. Viele Kulturorganisationen und -institutionen säßen zudem am Ende auf massiven Kosten. Als direkte Folge daraus seien die Angebote für Schulen für das kommende Schuljahr bereits drastisch reduziert worden, so das Netzwerk.

„Massiver qualitativer Einschnitt“ für Schüler befürchtet

Neben den existenziellen Erwerbsausfällen für die Betroffenen wirft die Allianz die Frage auf, ob es gesellschaftlich zu verantworten sei, dass Schülern der Zugang zu Kunst und Kultur erschwert werde. Dies bedeute einen massiven qualitativen Einschnitt in deren Bildung.

Der unkomplizierte Zugang zu Kultur über die Schulen sei ein entscheidender Faktor für die kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen; unabhängig vom familiären Hintergrund, unterstreicht die Allianz. Da die kulturelle Teilhabe im Landeskulturgesetz verankert sei, müsse diesem Umstand gerade in einem Land wie Südtirol, dessen Autonomie auf der eigenen Kultur beruhe, höchste Beachtung geschenkt werden.

Die „Hausaufgaben“ für den Sommer

Um ein weiteres Jahr voller Protestmaßnahmen im kommenden Schuljahr zu vermeiden, richtet die Allianz zum Ferienbeginn einen Appell an alle Beteiligten am Verhandlungstisch. Aus Sicht des Netzwerks sollten die Parteien über den Sommer folgende Fragen erörtern:

Wie es im kommenden Schuljahr mit der kulturellen Bildung im Land weitergehen soll.

Wie die Zukunft der Kulturarbeit gesichert werden kann, wenn freien Kulturschaffenden die Erwerbsmöglichkeiten wegbrechen.

Welche Verantwortung alle Beteiligten tragen, damit die stagnierenden Verhandlungen endlich abgeschlossen werden.

Wie ein erfolgreicher gemeinsamer Neustart zur Zufriedenheit aller geschaffen werden kann.

Entscheidung bis spätestens September gefordert

Aus Sicht der Allianz drängt die Zeit. Spätestens im September, wenn an den Schulen in den Plenarsitzungen über eine Fortführung der Protestmaßnahmen beraten werde, müsse allen Beteiligten klar sein, welche schwerwiegenden Folgen drohen.

Die Allianz der Kultur fordert daher im Namen der Südtiroler Kulturakteurinnen und -organisationen ein Ende des starren Beharrens auf den eigenen Positionen. Es brauche jetzt ein aktives Aufeinanderzugehen von Politik und Gewerkschaften, damit das Ergebnis am Ende zugunsten der Schüler ausfalle.

stol

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