Das von China beanspruchte Taiwan war im vergangenen Jahr nach Protesten aus Peking vom Gipfeltreffen des Forums ausgeschlossen worden. Dessen Generalsekretär Baron Waqa sagte jedoch am vergangenen Freitag Journalisten, dass Taipeh in diesem Jahr teilnehmen werde. „Taiwan ist ein sehr wichtiger Entwicklungspartner“, sagte Waqa auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen der Minister in Fidschi. Taipeh sei „zwar kein Dialogpartner“, pflege aber „Beziehungen zu Mitgliedern unserer Forum-Familie“.
Taiwans Partnerschaften im Pazifikraum unter Druck
Das Gipfeltreffen des Pazifischen Inselforums findet vom 30. August bis 4. September statt. In diesem Jahr richtet Palau das Treffen regionaler Staats- und Regierungschefs aus. Der Inselstaat ist einer der zwölf verbliebenen diplomatischen Partner Taiwans. Dem Pazifischen Inselforum gehören neben Australien und Neuseeland auch kleine Inselstaaten und Gebiete wie die Cook-Inseln, Fidschi und Französisch-Polynesien an. Taiwan hat seit 1993 den Status eines „Entwicklungspartners“ des Forums.Die Pazifik-Forum-Mitglieder Nauru, Kiribati und die Salomonen haben seit 2019 ihre diplomatischen Beziehungen zu Taipeh abgebrochen. Als Gastgeberland hatten die Salomonen Taiwan zudem die Teilnahme an dem Gipfeltreffen 2025 verwehrt.
China betrachtet das demokratisch verwaltete Taiwan (Republik China) seit der Machtübernahme der Kommunisten 1949 auf dem Festland und der Flucht der Vorgängerregierung auf die Insel als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll – notfalls mit militärischer Gewalt. In den vergangenen Jahren hat Peking den wirtschaftlichen, diplomatischen und militärischen Druck auf die selbstverwaltete Insel massiv erhöht. International bemüht sich China darum, Taiwan aus internationalen Organisationen und Foren auszuschließen und Länder von diplomatischen Beziehungen zu Taipeh abzubringen.


