Montag, 21. September 2026

Empörung bei Südtirols Rechten nach Tajani-Kritik an der AfD

Nachdem der Auftritt des AfD-Jugendpolitikers Jean-Pascal Hohm beim Jugendtreffen der Süd-Tiroler Freiheit am vergangenen Wochenende in Tramin für Aufregung gesorgt hatte, rückt die Alternative für Deutschland im Zusammenhang mit Südtirol erneut in den Fokus.

Außenminister Antonio Tajani. - Foto: © ANSA / GIUSEPPE LAMI

In einem Interview mit der Tageszeitung „Corriere della Sera“ hatte der stellvertretende Ministerpräsident und Vorsitzende von Forza Italia, Antonio Tajani, betont, dass die AfD „die Abspaltung Südtirols von Italien unterstützt und fördert“.

Dem widerspricht der AfD-Europaabgeordnete Marc Jongen. Beim Forum für die italienische Unabhängigkeit in Orvieto sagte er wörtlich: „Ich habe gehört, dass man auch in Polen und der Tschechischen Republik befürchtet, dass die AfD Gebiete zurückholen wolle, die einst zu Deutschland gehörten. Aber das ist Vergangenheit. Außerdem war Südtirol österreichisch, nicht deutsch.“

Damit reagierte er auf eine Frage zu den angeblichen Gebietsansprüchen der deutschen Rechtsaußenpartei auf Südtirol und wies diese zurück.

Freiheitlichen und STF weist Aussagen von Tajani zurück

Auch die Freiheitlichen und die Süd-Tiroler Freiheit weisen die Aussagen von Außenminister Antonio Tajani zurück. „Das Recht auf Selbstbestimmung ist ein zentrales Element des Völkerrechts. Weder die Landesräte Marco Galateo und Christian Bianchi noch Außenminister Tajani können dieses Recht ignorieren", erklären die Freiheitlichen.

Dieses Recht bilde die Grundlage für die Tätigkeit des Außenministers und seine diplomatischen Beziehungen und sei zudem eine der Grundlagen der italienischen Einigung, so die Freiheitlichen. An der AfD-Veranstaltung in dieser Woche in Berlin wird Otto Mahlknecht, der Vizeobmann der Freiheitlichen, teilnehmen. Diese betonen zugleich, dass sie bislang keine konkrete Forderung nach Selbstbestimmung erhoben hätten.

Stattdessen setzten sie auf eine Weiterentwicklung der Südtiroler Autonomie hin zu größerer Eigenständigkeit unter Wahrung demokratischer Grundsätze. „Eine Selbstbestimmung kann ausschließlich von der Südtiroler Bevölkerung im Rahmen des Völkerrechts eingefordert werden, sollte sie dies eines Tages aufgrund der politischen Rahmenbedingungen für angebracht halten“, heißt es weiter. Zugleich lehne sie Versuche ab, durch Alarmismus und ethnische Spaltung das politische Klima in Südtirol negativ zu beeinflussen.

Auch die Süd-Tiroler Freiheit äußerte sich zu dem Thema. Die Bewegung hatte erst kürzlich den umstrittenen AfD-Jugendpolitiker Jean Pascal Hohm zum landesweiten Jugendtreffen der STF eingeladen. „Gerade die ständigen Angriffe auf die Autonomie zeigen, dass Südtirol mit Italien niemals eine sichere Zukunft haben wird", erklärte Landtagsabgeordneter Sven Knoll und betonte: „der beste Schutz vor Italien wird aber immer darin bestehen, nicht zu Italien zu gehören".

ansa/pho

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