Donnerstag, 10. September 2026

Italien führt strenge Regeln für Aufbewahrung von Fentanyl ein

Für die Aufbewahrung und den legalen Einsatz von Fentanyl gelten in Italien künftig strengere Sicherheitsvorschriften. Ein entsprechendes Dekret des Gesundheitsministers sieht unter anderem eine verschärfte digitale Rückverfolgbarkeit, gesicherte Aufbewahrungsbereiche und fest verankerte Tresore vor. Bei Bedarf sollen zudem Videoüberwachung sowie kontrollierte und nachvollziehbare Zugangssysteme eingesetzt werden. Das teilte die italienische Regierung mit.

Eine verschärfte digitale Rückverfolgbarkeit, gesicherte Aufbewahrungsbereiche und fest verankerte Tresore: Das sieht das neue Dekret für die Aufbewahrung von Fentanyl vor. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Die neuen Vorschriften gelten für öffentliche und private Gesundheitseinrichtungen, die Fentanyl oder entsprechende Arzneimittel lagern oder verwenden. Dazu gehören unter anderem Krankenhaus- und öffentliche Apotheken, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, Stationen und ambulante Dienste, öffentliche Suchthilfeeinrichtungen, Justizvollzugsanstalten, Lager der Gesundheitsbehörden sowie zugelassene tiermedizinische Einrichtungen. Die betroffenen Einrichtungen haben 90 Tage nach Veröffentlichung des Dekrets Zeit, ihre Systeme und Verfahren anzupassen.

Vorschriften gelten für öffentliche und private Gesundheitseinrichtungen
Der Beschluss wurde ergriffen, nachdem im Juli 80 Ampullen Fentanyls aus einem Krankenhaus in Rom gestohlen worden waren. Die Ampullen wurden aus dem Israelitischen Krankenhaus entwendet. Nach Angaben der Regierung reiche die gestohlene Menge aus, um bis zu 20.000 Dosen für den illegalen Konsum herzustellen. Wann der Diebstahl erfolgte, wurde nicht mitgeteilt.

Die italienische Regierung hatte bereits 2024 einen Aktionsplan gegen den Missbrauch von Fentanyl vorgestellt. Anders als in den USA sieht sie derzeit jedoch keine akute Fentanyl-Krise im Land. Das synthetische Opioid gilt weltweit als besonders gefährlich und wird mit zehntausenden Todesfällen durch Überdosierungen in Verbindung gebracht.

apa

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