„Wir als JG sind in jedem Fall schockiert. Das war kein belangloser Wochenendausflug, der als Tritt in den Fettnapf abgetan werden kann, sondern eine bewusste politische Entscheidung. Niemand landet aus Versehen in Schnellroda. Wer dort hinfährt weiß ganz genau, welche Personen sich dort treffen und welche Ideologien dort gepflegt werden“, so Künig.
„Es stellt sich die Frage, welche politischen Leitbilder unter Knoll und Kumpanen als salonfähig gelten“
Dass die Jugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit „mit auffälliger Gelassenheit den Schulterschluss zu einem Milieu suche, dessen zentrale Figuren seit Jahren wegen ihrer demokratiefeindlichen und völkisch-nationalistischen Positionen in der Kritik stehen“, sollte laut JG hellhörig machen, wie es in einer Aussendung heißt.„Spätestens jetzt stellt sich die Frage, welche politischen Leitbilder unter Knoll und Kumpanen mittlerweile als salonfähig gelten. Wer ohne Berührungsängste an einem der wichtigsten Treffpunkte der neuen Rechten teilnimmt, darf sich nicht wundern, wenn Fragen nach dem eigenen politischen Kompass gestellt werden.“
„Wer als Jugendsprecherin daran teilnimmt, sollte sich bewusst sein, dass er nicht im luftleeren Raum umherschwirrt“
Bezeichnend sei zudem, dass zahlreiche Teilnehmer der Veranstaltung ihr Gesicht hinter Vermummungen verborgen hätten. „Offenbar war vielen der Anwesenden durchaus bewusst, dass es sich hier nicht um eine nette Grillparty am Sonntag handelt. Melanie Mair hatte hingegen keinerlei Anlass, ihre Anwesenheit zu verstecken – das hat schon Signalcharakter“, heißt es von der JG.Der Versuch, die Angelegenheit als rein private Reise darzustellen, greift für die Jugendorganisation der SVP jedenfalls zu kurz. „Wer als Jugendsprecherin einer Partei an einer Veranstaltung dieses Kalibers teilnimmt, sollte sich bewusst sein, dass er nicht im luftleeren Raum umherschwirrt. Politische Verantwortung endet nicht am Ortsschild von Schnellroda“, kommentiert Künig.
Die Junge Generation erwarte sich nun eine klare und unmissverständliche Stellungnahme der Süd-Tiroler Freiheit. „Anstatt mit dem nächsten Tiktok-Video Nebelgranaten zu werfen, sollte die Partei endlich erklären, welche Beziehungen sie zu Organisationen wie der Identitären Bewegung hat und wo sie ihre ideologischen Grenzen zieht.“
Abschließend fügt Künig mit einem Augenzwinkern hinzu: „Eigentlich wäre es selbstverständlich, von einer demokratischen Partei, die im Landtag sitzt, zu erwarten, dass sie sich in einer Stellungnahme klar und glaubwürdig von rechtsextremen Organisationen und deren Gedankengut distanziert. Ob die Süd-Tiroler Freiheit dazu tatsächlich bereit ist, wird sie nun selbst beantworten müssen.“


