Dienstag, 26. Mai 2026

Mitte-rechts-Bündnis gewinnt erneut Kommunalwahlen in Venedig

Das rechte Bündnis von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die Kommunalwahlen in Venedig gewonnen. Die Koalition bewahrt damit die politische Kontrolle über die wichtigste Stadt in Italien, in welcher am Sonntag und Montag auf Gemeindeebene abgestimmt wurde. Gewählt worden war in insgesamt 748 Gemeinden. Circa sechs Millionen Wähler und Wählerinnen waren dazu aufgerufen gewesen.

Simone Venturini gewann die Wahl in Venedig. - Foto: © ANSA / Andrea Merola

Venedig wird seit zehn Jahren von einer Mitte-rechts-Koalition regiert.
Umfragen hatten zuletzt jedoch einen Vorsprung des Mitte-links-Lagers vorhergesagt. Der Kandidat des Mitte-rechts-Lagers, der amtierende Tourismusbeauftragte Simone Venturini, siegte bei der Bürgermeisterwahl mit 51 Prozent der Stimmen.

Sein wichtigster Herausforderer aus dem Mitte-links-Lager, Andrea Martella, erreichte 39 Prozent. Damit erspart sich Venturini eine Stichwahl, die notwendig geworden wäre, wenn kein Kandidat die Marke von 50 Prozent überschritten hätte.

Meloni begrüßt Sieg des Mitte-rechts-Kandidaten

Elf Jahre lang war Simone Venturini Tourismusbeauftragter der Stadt Venedig. Er setzte sich maßgeblich für die Lenkung der Besucherströme und für die Einführung eines Eintrittsgelds für Tagestouristen ein. Nun ist dem 38-jährigen Juristen der Sprung vom Beamten ins Bürgermeisteramt gelungen. Schon seit 2015 war Venedig von dem Mitte-rechts-Bürgermeister Luigi Brugnaro regiert worden.

Regierungschefin Meloni kommentierte in den Sozialen Medien: „Und auch heute verschieben wir den vielfach angekündigten Zusammenbruch des Mitte-rechts-Lagers auf morgen.“ Sie kündigte an, Venedig bald besuchen zu wollen.

Die Wahlbeteiligung bei den jüngsten Kommunalwahlen in Teilen des Landes lag nach Angaben des italienischen Innenministeriums insgesamt bei 60 Prozent und damit unter dem Niveau der vorherigen Wahlrunde, bei der 64,9 Prozent verzeichnet wurden. Dabei zeigten sich erhebliche regionale Unterschiede: Während in Umbrien mehr als 70 Prozent der Wahlberechtigten abstimmten, fiel die Beteiligung in Teilen Norditaliens deutlich geringer aus.

Die Gemeinderatswahlen galten zwar nur eingeschränkt als Test für die rechte Regierung unter Meloni, da sie stark lokal geprägt sind. Allerdings handelte es sich um die letzten Urnengänge vor der italienischen Parlamentswahl im kommenden Jahr. Beobachter sehen die beiden großen politischen Lager inzwischen nahezu gleichauf im Rennen um die Machtverhältnisse ab 2027.

apa

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