Der Iran habe einer Ende 2024 in Haft genommenen US-Bürgerin erlaubt, das Land zu verlassen, teilte Trump auf Truth Social mit. „Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens seitens des Iran zu schätzen!“ Details zu der Frau nannte Trump nicht, er schrieb bloß, dass sie sich außer Landes befinde und in Sicherheit sei.
Bei Zerstörung von Infrastruktur werde sämtliche in der Region verbleibende Infrastruktur zum Ziel von Angriffen, hieß es in einer Stellungnahme des militärischen Hauptquartiers Khatam al-Anbiya, die die Nachrichtenagentur FARS verbreitete. Der Iran hatte in Vergangenheit mehrfach Produktionsstätten zur Rohstoffgewinnung sowie zivile Infrastruktur in den Nachbarländern angegriffen. Die Kontrolle der Straße von Hormuz ist für den Iran eine „rote Linie“, sagte Armeesprecher Brigadegeneral Mohammad Akraminia. Die USA hätten geglaubt, mit Angriffen auf Stützpunkte an der iranischen Südküste die Hoheit über die strategisch wichtige Meerenge übernehmen zu können, sagte Akraminia. Der Iran sei jedoch in der Lage, die Wasserstraße von jedem Punkt seines Territoriums aus zu beherrschen. Durch die Passage wurde vor dem Krieg rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert.
Zwei Angriffswellen
Zuvor hatte das US-Militär allein am Mittwoch zwei Angriffswellen gegen den Iran gestartet, die jüngste begann um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 MESZ), wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (CENTCOM) auf der Plattform X mitteilte. Mit den Angriffen solle die Fähigkeit des Iran eingeschränkt werden, Handelsschiffe in der Straße von Hormuz zu bedrohen. Konkretere Angaben zum Ziel der Angriffe machten die Streitkräfte zunächst nicht.Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Chabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahvaz im Südwesten gegeben haben. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, vier Orte am Rande von Ahvaz seien getroffen worden.
Nach iranischen Angaben soll es außerdem zu einem Angriff im Nordosten des Landes gekommen sein. Geschoße seien am Flughafen von Semnan eingeschlagen, berichtete die IRNA unter Berufung auf die Gouverneursverwaltung. Es habe keine Toten oder Verletzten gegeben.
Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle der USA auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des Emirats Kuwait auf der Plattform X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu bringen. In der Früh teilte der Golfstaat mit, dass erneut mehrere iranische Luftangriffe abgewehrt worden seien. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt. Beide Länder sind im Krieg aber immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.
Die kuwaitische Luftverteidigung wehrte am Donnerstagnachmittag nach eigenen Angaben erneut iranische Drohnenangriffe ab. Mögliche Explosionsgeräusche seien auf das Abfangen feindlicher Ziele durch die Luftverteidigungssysteme zurückzuführen, hieß es weiter. Die Streitkräfte fingen bereits am Mittwoch nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Das US-Militär unterhält in dem Golfstaat wie auch in anderen arabischen Staaten der Region Militärstützpunkte. Der Iran greift dort als Vergeltung für US-Angriffe auf das eigene Territorium immer wieder an.
Auch der Irak und Jordanien meldeten Beschuss. Der Irak hat nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf sein Staatsgebiet abgewehrt. Das Büro des irakischen Ministerpräsident Ali al-Zaidi teilte am Donnerstag mit, die Drohnen seien über der Kurdenregion im Nordirak abgeschossen worden. Sie waren demnach über der Stadt Erbil in den irakischen Luftraum eingedrungen. Zaidi mache keine Angaben zur Herkunft der Drohnen, verurteilte den Angriff aber scharf.
Vor der südirakischen Hafenstadt Basra traf unterdessen eine Drohne ein Schiff. Der Frachter kam nach Angaben eines irakischen Sicherheitsvertreters aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und transportierte Fahrzeuge von US-Herstellern. Der Angriff ereignete sich nahe eines irakischen Ölterminals. Zur Herkunft der Drohne gab es zunächst keine Angaben.
Das irakische Ölministerium erklärte, Berichte über den Einschlag eines unbekannten Objekts auf einem Tankschiff würden geprüft. Bereits zuvor hatte der Irak nach eigenen Angaben Drohnen über der nordirakischen Kurdenregion abgeschossen.
Auch Jordanien meldete Angriffe aus dem Iran. In den frühen Morgenstunden seien acht iranische Raketen, die auf das Staatsgebiet des Königreichs gerichtet gewesen seien, abgefangen und abgeschossen worden. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben.
Neben den gegenseitigen Angriffen sorgt auch die US-Seeblockade gegen iranische Häfen für Spannungen, die US-Streitkräfte nach einer zwischenzeitlichen Pause seit Dienstag wieder durchsetzen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen.
Zudem griff das US-Militär am Mittwoch laut CENTCOM einen unbeladenen Öltanker an, der demnach einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte. Die Schiffsbesatzung habe verschiedene Warnungen ignoriert und versucht, gegen die Seeblockade zu verstoßen. Das Schiff sei in internationalen Gewässern in Richtung der für die iranische Ölindustrie wichtigen Insel Kharg unterwegs gewesen. Man habe den Schornstein des unter der Flagge Curaçaos fahrenden Schiffes mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht, teilte das US-Militär mit.
Die USA hatten während des Iran-Kriegs bereits ab Mitte April eine Seeblockade gegen Schiffe durchgesetzt, die iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder von dort wegfahren. Diese wurde dann aber im Zuge des Rahmenabkommens mit Teheran Mitte Juni aufgehoben. Während dieser früheren Seeblockade hatte das US-Militär nach eigenen Angaben mehr als 140 Schiffe umgeleitet und neun Schiffe manövrierunfähig gemacht, deren Besatzungen nicht kooperieren wollten.
Pakistan will im Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter vermitteln, um die Umsetzung des im Juni unterzeichneten Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges voranzubringen. „Während die Umsetzung des Abkommens vor Herausforderungen steht, wird Pakistan weiter alle Seiten ermuntern, die Gewalt zu beenden und Gespräche auf technischer Ebene in Übereinstimmung mit dem Rahmenabkommen wieder aufzunehmen“, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Islamabad, Tahir Andrabi, am Donnerstag vor Journalisten. Andrabi äußerte zudem die Hoffnung auf eine rasche Normalisierung in der für den weltweiten Handel mit Öl und Gas wichtigen Straße von Hormuz. Pakistan betone die Wichtigkeit, die „Sicherheit und Freiheit der Seeschifffahrt zu gewährleisten“, sagte er.
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni unter pakistanischer Vermittlung ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Teil der Einigung war eine „sichere und unentgeltliche Durchfahrt“ durch die Straße von Hormuz.


