Im Baugewerbe gehen laut der Befragung 88 Prozent der Unternehmen von befriedigenden Erträgen aus. Möglich machen dies vor allem Preisanpassungen, mit denen die Betriebe ihre gestiegenen Kosten zumindest teilweise abfedern konnten.
Allerdings verfestigen sich einige Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung, die bereits bei der Frühjahrserhebung sichtbar waren. Die Branche stellt sich auf sinkende Umsätze und leicht rückläufige Investitionen ein. Auch die Auslastung der Produktionskapazitäten wird voraussichtlich knapp unter die 90-Prozent-Marke rutschen.
Vor allem Unternehmen im Hochbau sowie das Installations- und Ausbaugewerbe befürchten einen Nachfragerückgang, während der Tiefbau sich wacker hält. Hier sorgen durchweg stabile Umsätze für Aufatmen – nicht zuletzt, weil dieser Bereich stark von öffentlichen Investitionen aus dem EU-Wiederaufbaufonds (PNRR) profitiert.
Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich eine Stagnation: Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten lag in der ersten Jahreshälfte 2026 durchschnittlich bei etwas mehr als 18.100 und damit um 0,3 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Unternehmen wünschen sich Planungssicherheit
Steigende Lohn-, Material- und Energiekosten sowie der anhaltende Fachkräftemangel belasten die Betriebe zunehmend. „Die Kostensteigerungen werden im Landesrichtpreisverzeichnis für öffentliche Bauarbeiten nicht angemessen berücksichtigt – angefangen bei dem zu niedrig angesetzten Stundensatz für die Arbeitskräfte“, kritisiert etwa Rodolfo Gabrieli, Präsident von CNA-SHV Südtirol.Die Branchenverbände fordern daher klare Rahmenbedingungen von der Politik: „Die Unternehmen wünschen sich vor allem mehr Planungssicherheit, schnellere Genehmigungsverfahren, stabile Energiepreise und verlässliche Förderprogramme, um weiterhin investieren zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Fritz Ploner, Baugruppenobmann des lvh.
In dieselbe Kerbe schlägt auch Christian Egartner, Präsident des Baukollegiums: Es brauche „gezielte Investitionen in zukunftsfähige Infrastrukturen, damit das Land wettbewerbsfähig bleibt, Entwicklung möglich ist und Arbeitsplätze gesichert werden“.



