Der reine Rückgriff auf Bestand und Leerstand reicht laut dem Südtiroler Baukollegium nicht aus, um den künftigen Wohnbedarf zu decken. „Wie die Astat-Zahlen zeigen, werden wir in Südtirol in den kommenden 12 Jahren 18.786 zusätzliche Wohnungen brauchen“, erklärt Thomas Hasler, Geschäftsleiter des Baukollegiums.
Sollten all diese Wohnungen in neuen Bauzonen entstehen, wären dafür laut Berechnungen des Kollegiums etwa 357 Hektar notwendig. Die geforderten knapp 400 Hektar entsprechen laut Hasler lediglich 1,9 Prozent der bereits besiedelten Fläche und 3,4 Prozent des noch erschließbaren Dauersiedlungsgebiets.
„Siedlungsgrenzen nicht zu knapp ziehen“
Als ersten konkreten Schritt fordert der Verband, bei den Gemeindeentwicklungsprogrammen die Siedlungsgrenzen nicht zu eng zu ziehen. „Eine zu enge Ziehung der Siedlungsgrenzen bzw. eine zu restriktive Ausweisung von neuen Baurechten führt zu einer Verknappung und damit automatisch zum weiteren Steigen der Preise“, warnt Präsident Christian Egartner.Zwar müssten nicht alle ausgewiesenen Baurechte sofort genutzt werden, sie verschafften den Gemeinden aber den nötigen Handlungsspielraum. „Neue Baurechte bedeuten mehr Angebot und somit eine Entspannung am Wohnungsmarkt“, so Egartner. Entscheidungen seien jedoch dringend notwendig, denn heute genehmigte Umwidmungen werden frühestens in 3 Jahren realisiert sein.


