Wohnen
Gemeinden als Schlüssel für leistbaren Wohnraum
Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter aus 60 Südtiroler Gemeinden haben sich in Bozen über das Modell des Wohnens mit Preisbindung informiert. Die neue Form des geförderten Wohnbaus soll dauerhaft leistbaren Wohnraum schaffen und Spekulationen entgegenwirken.
Mit Steuergeldern nicht mehr zur Zweitwohnung
Südtirols Bürgermeister machen mobil: Landauf, landab wird an Projekten für das günstige Wohnen mit Preisbindung gearbeitet. Doch zu diesen günstigen Wohnungen haben derzeit auch Personen Zugang, die bereits eine Wohnung haben. „Es kann nicht sein, dass Steuergelder verwendet werden, Leuten billig zur Zweitwohnung zu verhelfen“, sagt Gemeinden-Chef Dominik Oberstaller. Landesrat Peter Brunner verspricht Abhilfe.
Gemeinnütziges Wohnen: Lücke zu für die Tante
Schnell eine Stiftung gründen und billig wie nie zu Wohnungen für sich, Verwandte oder Mitarbeiter kommen: Weil die Richtlinien mit großzügigen Förderungen für den gemeinnützigen Wohnbau zumindest Interpretationsspielraum zulassen, haben sie Schlaumeier auf den Plan gerufen. Heute soll die Lücke geschlossen werden.
Südtirols Hilflosigkeit beim Leerstand
Ganz Südtirol ruft nach Wohnungen: Wie viel Leerstand es gibt, weiß aber niemand. Seit 2022 müssen Gemeinden zwar im Zuge ihrer Entwicklungsprogramme Leerstände erheben. Vier Jahre später stellte die Landesregierung aber fest, dass die Erhebung an ihrem eigentlichen Zweck, Wohnraum auszumachen, total vorbeigeht
Familienbeirat: Landesrätin Mair informiert zu Wohnreform
Mit der Wohnreform wurde im Vorjahr ein umfangreicher Reformprozess gestartet, der Wohnraum leistbarer und flexibler nutzbar machen möchte. Darüber und welche Maßnahmen davon bereits greifen, informierte Wohnbaulandesrätin Ulli Mair im Familienbeirat des Landes.
Günstig Wohnen im alten Pfarrhaus
Viele Pfarrhäuser stehen leer: kein Pfarrer, keine Häuserin, kein Messner. Vor neun Monaten gestartet , werden kirchliche Einrichtungen zur Speerspitze fürs gemeinnützige Wohnen. Das Land übernimmt 65 Prozent der Baukosten bei Sanierungen, bei Neubauten sind es 55 Prozent. Im Gegenzug sind die Wohnungen für 30 Jahre um 5 Prozent unter dem Landesmietzins zu vermieten.
Ein Drittel ohne Wohnsitz: Südtirol unter italienischem Schnitt
32,2 Prozent der Wohnungen in der Region Trentino-Südtirol werden nicht von Bürgern besetzt, die dort ihren Wohnsitz haben. Das liegt deutlich über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt, wo es 27 Prozent sind – aber meilenweit entfernt von Aosta mit 56,1 Prozent.
Das Wohnen mit dem Deckel kommt an
100 Quadratmeter gefördertes Wohnen um 350.000 Euro waren vor einem Jahr eine Chance – inzwischen haben sie rund 25 Gemeinden ergriffen. „Es hat sich gezeigt, dass wir beim Wohnen mit Preisbindung die anvisierten 3.500 Euro im ländlichen Bereich und 3.900 im urbanen Bereich halten“, sagt Landesrat Peter Brunner. Viele Gemeinden wollen Flächen fürs Wohnen mit dem Deckel in den Gemeindeentwicklungsplänen vorsehen.
Bauen: Bei Wintergarten und Gaube wird’s leichter
Kleinvieh macht auch Mist – und mitunter recht großen. So erwartet die Südtiroler mit der Übernahme des staatlichen Dekrets „Salva Casa“ durch das Land eine Serie von Vereinfachungen. „Unter anderem werden Wintergärten auch im landwirtschaftlichen Grün möglich sein, Gauben zählen nicht mehr zur Kubatur“, sagt Landesrat Peter Brunner.
Betrugsalarm in Bozen: Falsche Ankündigungen des Innenministeriums
Hausverwalter in Bozen schlagen Alarm: An mehreren Wohnanlagen wurden gefälschte Ankündigungen aufgehängt, die angebliche Wohnsitzkontrollen – vermeintlich im Auftrag des Innenministeriums – ankündigen. In Wahrheit handelt es sich um eine Betrugsmasche, die Schreiben wurden von Betrügern verfasst.
Leistbarer Wohnraum als Schlüssel gegen Abwanderung und Fachkräftemangel
Der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) ist überzeugt: Südtirol setzt mit der Wohnreform 2025 wichtige Impulse für mehr leistbaren Wohnraum. Neben der sozialen Dimension hat die Reform auch eine zentrale wirtschaftliche Bedeutung: Sie kann dazu beitragen, die Abwanderung junger Menschen einzudämmen und qualifizierte Fachkräfte dauerhaft im Land zu halten, heißt es in einer Aussendung.
Wohnbaugenossenschaften: Wohnraum im Gemeinschaftsweg umsetzen
Mit über 800 Genossenschaften, darunter 72 im Wohnbau, setzt Südtirol stark auf gemeinschaftliche Lösungen für leistbaren Wohnraum. Eine Gesetzesänderung ermöglicht nun auch juristischen Personen die Mitgliedschaft und schafft zusätzliche Optionen wie ungeteiltes Eigentum.
26.150 Euro für einen Quadratmeter: „Für den Mittelstand ist es brutal schwierig“
„Wohnen in Meran Zentrum und Obermais ist für den Mittelstand mit zwei guten Gehältern von 2.000 bis 2.400 Euro brutal schwierig“, sagt der bekannte Filmemacher Andrea Pizzini aus eigener Erfahrung. Zur Zeit wohnt er mit seiner Familie in Obermais in Miete – „und das auch nur weil uns Freunde bei der Miete entgegengekommen sind“, sagt er.
Wo Studierende in Italien am meisten Miete zahlen
Studieren in Italien kann teuer sein – je nach Stadt sogar sehr teuer. Eine aktuelle Analyse zeigt deutliche Unterschiede bei den Mietpreisen für Einzimmerwohnungen in den beliebtesten Universitätsstädten des Landes. Während Studierende an manchen Standorten tief in die Tasche greifen müssen, finden andere vergleichsweise günstige Bedingungen vor.
Keine Chance für illegale Besetzungen – WOBI Bozen zieht Bilanz
Keine illegale Besetzungen, minimale Zwangsräumungen – mit strenger Kontrolle, schneller Intervention und enger Polizeikooperation hält das WOBI Bozen seine Wohnanlagen frei von Missbrauch. Wie das gelingt und welche Fälle zuletzt für Aufsehen sorgten.
Holzbaufonds: Wenig genutzt, jetzt für mehr offen
Seit 2023 gibt es den Holzbaufonds für klimafreundliches Bauen der öffentlichen Hand. Die Anträge blieben aber hinter den Erwartungen – von 1,2 zur Verfügung stehenden Millionen wurden bestenfalls 450.000 abgeholt. Jetzt hat das Land den Fonds für gemeinnützige Einrichtungen wie Stiftungen und Genossenschaften geöffnet, die leistbaren Wohnraum unter dem Landesmietzins für Ansässige verwirklichen.
Wohnbau-Sünder im Visier: Höhere Strafen, strengere Kontrollen
Schluss mit lustig für jene, die konventionierte Wohnungen an Touristen vermieten, Leerstand nicht melden oder den Landesmietzins überschreiten: Landesrätin Ulli Mair unterzeichnet diese Woche ein Abkommen mit der Finanzpolizei zu Kontrollen im konventionierten und geförderten Wohnbau.
Wohnbauprojekt in Leifers stockt: „Wir warten seit drei Jahren“
„Die Verzweiflung hat ihren Höhepunkt erreicht“: So beginnt eine Aussendung einiger Mitglieder einer Wohnbaugenossenschaft in Leifers. Sie kritisieren die Gemeindeverwaltung scharf, weil das drei Jahre alte Projekt „Rotwand“ immer noch nicht realisiert wurde.
Start frei für gemeinnützige Wohnbauwende
Ulli Mair verliert keine Zeit: Nach der Reform von Wohnbauförderung und Konventionierung dreht sie nun an der Angebotsschraube: Gemeinnützige Einrichtungen sollen die Wende bringen, indem sie Mietwohnungen, Studentenheime oder Arbeiterhäuser realisieren und mindestens fünf Prozent unter dem Landesmietzins an Ansässige vermieten. Dafür übernimmt das Land 55 Prozent der Planungs- und Baukosten.
„1.000 Wohnungen unter Landesmietzins“
Gemeinnützigen Einrichtungen winken ab sofort satte Beiträge vom Land, doch wer glaubt, dass diese eh nur von wenigen Gutmenschen genutzt werden, täuscht sich. Am 31. Juli wird die Stiftung „Wohnen Südtirol“ gegründet, hinter der u.a. mit der Stiftung Elisabeth geballtes Know-how und mit Unternehmerverband, lvh und 30 Raikas geballte Wirtschaftskraft steht. „Ziel sind 1000 Wohnungen um 10 Prozent unter dem Landesmietzins“, sagt Leo Resch (KVW).
Knebel für die Kurzzeitvermietung
Strengere Kriterien für den Erwerb geschlossener Höfe und für die Kurzzeitvermietung: Auch diese Neuregelungen finden sich in der seit Kurzem in Kraft getretenen Wohnreform. „Mit diesen Maßnahmen setzen wir ein klares Zeichen gegen Spekulation und sichern die Zukunft unseres ländlichen Raums“, sagt dazu Landesrat Luis Walcher.
„Die Prioritäten sind Sicherheit und Wohnen“
Der in der Nacht auf Mittwoch gewählte neue Bozner Stadtrat wird in den kommenden Tagen zu seiner ersten Sitzung zusammentreten. Die endgültige Verteilung der Zuständigkeiten unter den sieben Mitgliedern steht laut Bürgermeister Claudio Corrarati noch nicht fest. Auch der genaue Termin der ersten Sitzung ist noch offen. Fest steht aber, welche Beschlüsse die neue Stadtregierung fassen sollte.



