Während die NEET-Quote 2018 noch bei 11 Prozent lag, machte die jüngste Erhebung des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) 2025 einen Wert von 5,6 Prozent aus. Um einen weiteren Rückgang der Unbeschäftigten in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen zu erwirken, setzt Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof auf frühzeitige Prävention, eine noch intensivere Betreuung der arbeitslosen Jugendlichen und das Fördern der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
„Neben dem demografischen Wandel und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen tragen auch gezielte Angebote in der Kinderbetreuung, der Berufsorientierung und der Qualifizierung sowie Maßnahmen gegen den Schulabbruch dazu bei, dass Jugendliche und junge Erwachsene heute bessere Chancen haben, ihren beruflichen Weg zu gestalten“, ordnet Amhof den Rückgang der NEET ein. Von 2024 bis 2025 ist der Prozentsatz (gemessen an der gesamten Wohnbevölkerung in der Altersgruppe 15 bis 29) von 8 auf 5,6 Prozent gesunken. Noch mehr junge Menschen nach Abschluss der Ausbildung möglichst nahtlos in Arbeit zu bringen, sei angesichts des Fachkräftemangels, der anstehenden Pensionierungswellen und der sozialen Absicherung junger Menschen ein wesentliches Ziel der Arbeitspolitik des Landes Südtirol.
Ein heterogenes Bild: Von der jungen Mutter bis zum Weltenbummler
Das Phänomen NEET, so zeigt sich auch der Arbeitsmarktservice (AMS) des Landes Südtirol überzeugt, muss differenziert betrachtet werden und ist vielschichtig. „Einen großen Anteil nehmen junge Frauen ein, die aufgrund der Mutterschaft zeitweise weder für den Arbeitsmarkt noch für eine Ausbildung zur Verfügung stehen“, erklärt Stefan Luther, der Direktor des AMS. Die NEET-Quote der Frauen ist mit 8 Prozent, gemessen am Anteil der Wohnbevölkerung der entsprechenden Altersgruppe, relativ hoch (2024 lag der Prozentsatz noch bei 9,2).Weiters sei ein Teil der als NEET erfassten Personen auf Arbeitssuche und werde entsprechend betreut. Hinzu komme ein Teil an Jugendlichen, die sich freiwillig für eine Auszeit entscheiden, dann aber meist problemlos in die Arbeits- bzw. Ausbildungswelt zurückfinden. „Nur ein kleinerer Anteil an NEETs umfasst entmutigte Personen, die schwer erreichbar sind, oft negative Ausbildungs- oder Arbeitserfahrungen gemacht haben oder multiple Belastungen aufweisen“, schildert Luther. Hier sei die Betreuung über Sozialdienste, Streetworker oder auch Gesundheitsdienste notwendig.
Im gesamtstaatlichen Vergleich steht Südtirol in Bezug auf die NEETs-Quote gut da: Italienweit beträgt der Wert für 2025 im Schnitt 13,3 Prozent, EU-weit lag er im selben Jahr bei 11 Prozent.


