Mittwoch, 26. August 2026

Pestizidrückstände: Belastung bei Lebensmitteln bleibt ein Problem

Der aktuelle Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu Pestizidrückständen in Lebensmitteln zeigt weiterhin relevante Belastungen. Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) ordnet die Ergebnisse ein.

Ergebnisse von 125.882 analysierten Proben aus drei verschiedenen Kontrollprogrammen – nationale Kontrolltätigkeiten, EU-weit koordinierte Probenahmen und Einfuhrkontrollen – sind in den Bericht der EFSA für das Bezugsjahr 2024 eingeflossen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock


Bei den 2024 untersuchten Proben aus EU, Island und Norwegen wiesen 38,3 Prozent Pestizidrückstände unterhalb der gesetzlichen Höchstwerte auf, bei 3,3 Prozent wurden Grenzwertüberschreitungen festgestellt. 25,5 Prozent der Proben enthielten Rückstände mehrerer Wirkstoffe.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei häufig konsumierten Lebensmitteln: Der Anteil der Proben mit Grenzwertüberschreitungen stieg von 1,4 Prozent im Jahr 2018 auf 2,4 Prozent im Jahr 2024. Am häufigsten betroffen waren Paprika, Tafeltrauben, Grapefruits und Olivenöl.

Auch bei Importen zeigen sich höhere Belastungen. Bei den verstärkten Einfuhrkontrollen überschritten 5,5 Prozent der Proben die zulässigen Höchstwerte. Bei Proben aus Drittstaaten lag der Anteil der Grenzwertüberschreitungen bei häufig konsumierten Lebensmitteln zudem deutlich höher als bei Proben aus EU, Island und Norwegen.
Eine foodwatch-Untersuchung von Reis, Tee und Gewürzen ergab, dass 70,3 Prozent der 64 untersuchten Proben mindestens einen in der EU nicht zugelassenen Pestizidwirkstoff enthielten. Insgesamt wurden 54 verschiedene Wirkstoffe nachgewiesen, davon 27 in der EU nicht zugelassen.

Auch Erdbeeren wurden untersucht: Laut PAN Europe enthielten 78 Prozent der konventionellen Proben quantifizierbare Pestizidrückstände. 61 Prozent wiesen Mehrfachrückstände auf, 58,3 Prozent Rückstände von PFAS-Pestiziden. In den untersuchten Bio-Proben und der als „pestizidfrei“ ausgelobten Probe wurden hingegen keine messbaren Rückstände festgestellt.

Die VZS kritisiert insbesondere den Umgang mit Mehrfachrückständen und die aus ihrer Sicht bestehenden Lücken beim Schutz vor besonders gefährlichen Pestiziden. Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol, fordert einen besseren Schutz vor Wirkstoffen, die in der EU nicht mehr verwendet werden dürfen.

Alle genauen Daten zur Auswertung, finden Sie hier.

stol

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