Sonntag, 21. Juni 2026

Unwetter-Nacht in Südtirol sorgt für zahlreiche Feuerwehreinsätze

Nach der drückenden Hitze der vergangenen Tage haben am Samstagabend heftige Unwetter Teile Südtirols heimgesucht. Besonders schwer traf es das Unterland und das Bozner Becken, aber auch das Eisacktal, das Schlerngebiet und Gröden. Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz.

Heftige Unwetter zogen am Samstagabend über das Land. - Foto: © Georg Bauer

Zwei Gewitterfronten brachten am späten Samstagabend nach mehreren heißen Tagen die ersehnte Abkühlung – allerdings mit enormer Wucht. Wie Landesmeteorologe Dieter Peterlin auf X mitteilte, trafen zwei Gewitterlinien (eine aus Meran, die andere aus Brixen kommend) im Unterland direkt aufeinander.

Das Ergebnis waren starke Regenfälle und teils Hagelschauer auf einem Streifen von Leifers über Branzoll und Auer bis nach Neumarkt. An der Wetterstation in Auer wurde dabei ein historischer Wert gemessen: „Es fielen knapp 60 mm Niederschlag, davon 40 mm innerhalb von nur 20 Minuten“, so Peterlin. Dies bedeutet einen neuen Stationsrekord seit Beginn der Aufzeichnungen.

Überflutungen, Stromausfälle und umgestürzte Bäume

Insgesamt mussten die Freiwilligen Feuerwehren landesweit zu rund 50 unwetterbedingten Einsätzen ausrücken. Das Spektrum reichte von überfluteten Kellern, Tiefgaragen und Wohngebäuden über verstopfte Kanäle bis hin zu kleineren Murenabgängen.



Besonders gefordert waren die Wehren im Unterland. Allein die Freiwillige Feuerwehr Branzoll rückte ab 22:50 Uhr gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Pfatten aus, um 18 Einsätze abzuarbeiten. Mit 30 Mann und fünf Fahrzeugen standen die Helfer im Einsatz. Erst gegen 2:00 Uhr nachts konnte dieser Einsatz beendet werden.

Blitze erleuchteten am Samstagabend auch den Nachthimmel über dem Sarntal.

Sturmschäden in der Landeshauptstadt und in Gröden

Auch die Landeshauptstadt blieb nicht verschont. Hier machte den Einsatzkräften vor allem der heftige Wind zu schaffen. Die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren von Bozen mussten zahlreiche Gefahrenstellen absichern und blockierte Verkehrswege von herabgefallenen Ästen befreien.

In der Bozner Cadornastraße stürzte unter den heftigen Böen ein Baum auf die Fahrbahn und musste von den Mannschaften mittels Motorsägen entfernt werden. Ähnliche Bilder von sturmbedingten Schäden gab es auch aus dem Eisacktal und aus St. Ulrich in Gröden.

Trotz der Vielzahl an Einsätzen und der teils gefährlichen Situationen auf den überschwemmten und mit Schlamm und Geröll bedeckten Straßen gab es glücklicherweise eine gute Nachricht: Nach ersten Erkenntnissen wurde bei den Unwettern niemand verletzt.

Heißer Sonntag mit erneuter Gewitterneigung

Hoher Luftdruck und subtropische Luftmassen bescheren Südtirol auch am heutigen Sonntag hochsommerliche Hitze. Der Tag startet verbreitet mit strahlendem Sonnenschein, letzte Restwolken der Unwetternacht lösen sich rasch auf.

Nach Frühwerten zwischen 12 und 21 Grad Celsius klettert das Thermometer am Nachmittag auf Höchstwerte von 30 bis 36 Grad Celsius. Ganz unbeschwert bleibt der Badetag jedoch nicht: Im Laufe des Nachmittags steigt die Gewitterneigung lokal wieder etwas an.

Aufgrund der hohen Temperaturen scheint im Warnlagebericht im Raum Bozen, im Etschtal und im Unterland die zweithöchste Warnstufe Orange auf.

Alles rund ums Wetter lesen Sie auf der STOL-Wetterseite.

pho

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