Montag, 15. Juni 2026

Waldbrandfläche in Italien hat sich 2025 verdoppelt

Die Waldbrandfläche in Italien hat sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Nach Angaben des Umweltinstituts ISPRA wurden insgesamt 965 Quadratkilometer Land von Bränden zerstört. Nach den Daten des europäischen Waldbrand-Informationssystems EFFIS zählt 2025 zu den schwersten Brandjahren der vergangenen Jahrzehnte.

Der italienische Zivilschutz und die Feuerwehr starten jährlich vor dem Sommer Kampagnen, um die Bevölkerung für die Waldbrandgefahr zu sensibilisieren. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Noch höhere Werte wurden nur 2007, 2017, 2021 und 2023 registriert.
Besonders betroffen waren Süditalien sowie die großen Inseln. Sizilien, Kalabrien und Kampanien vereinten zusammen 71 Prozent der landesweit von Waldbränden betroffenen Waldflächen.

Zudem zeichnet sich in den Regionen Basilikata, Kalabrien und Apulien ein steigender Trend bei den jährlich verbrannten Waldflächen ab. Rund 30 Prozent der gesamten verbrannten Fläche lagen in Schutzgebieten. Dort wurden 38 Prozent der landesweit von Feuer betroffenen Waldökosysteme registriert.

48 Prozent aller Brände auf Waldökosysteme

Insgesamt entfielen 48 Prozent aller Brände auf Waldökosysteme. Etwa 123 Quadratkilometer Waldfläche wurden zerstört, darunter vor allem immergrüne Laubwälder, Laubmischwälder und Nadelwälder. Für das laufende Jahr 2026 verzeichnete ISPRA zwischen dem 1. Jänner und dem 9. Juni bereits rund 60 Quadratkilometer verbrannte Fläche. Knapp 20 Quadratkilometer davon waren Waldgebiete. Am stärksten betroffen ist bisher die Toskana mit 28 Prozent der verbrannten Waldflächen, gefolgt von Kalabrien mit 23 Prozent.

ISPRA-Präsidentin Maria Alessandra Gallone bezeichnete Waldbrände als Herausforderung für Umwelt, Wirtschaft und Sicherheit. Notwendig seien stärkere Investitionen in Prävention, Überwachung und schnelle Eingriffe. Der Klimawandel erhöhe den Druck auf die Ökosysteme zusätzlich.

Der italienische Zivilschutz und die Feuerwehr starten jährlich vor dem Sommer Kampagnen, um die Bevölkerung für die Waldbrandgefahr zu sensibilisieren. In diesem Jahr haben die Behörden nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre aufgerüstet: Neue Löschflugzeuge und -hubschrauber sowie weiteres schweres Gerät wurden angeschafft. Außerdem setzen die Einsatzkräfte vermehrt Drohnen ein, um die gefährdeten Gebiete im Blick zu behalten. In einigen Gegenden wurde zudem das Hydranten-Netz zur Wasserversorgung ausgebaut.

Zur Prävention werden zudem jedes Jahr die Maßnahmen zur Waldpflege angepasst. Wo möglich, werden Niederwälder in Hochwälder umgewandelt und feuerfeste Bäume gepflanzt. Vor der Saison wird auch Unterholz, also etwa Sträucher, ausgedünnt und beseitigt. Der Waldbrandschutz obliegt in Italien jedoch den Regionen, daher gibt es in dem Mittelmeerland einen Fleckerlteppich von Regeln. Mancherorts gilt etwa an oder in Wäldern ein Fahr- und Parkverbot für Autos oder sogar das Verbot, ein Waldgebiet überhaupt zu betreten.

apa

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