„Trinkwasserproblem ist Teil der Folgen des Klimawandels“
Viele Schutzhütten verfügen über eigene Trinkwasserquellen und Wasserspeicher, sind aber nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Bleiben Niederschläge aus, wirkt sich das unmittelbar auf den Hüttenbetrieb aus. Bereits im Sommer 2022 mussten auf mehreren Hütten Maßnahmen gesetzt werden: Toiletten wurden für Tagesgäste gesperrt, Duschen eingeschränkt und teilweise untersagt.„Auch das Trinkwasserproblem ist Teil der Folgen des Klimawandels. Jeder sollte über seine Alltagsgewohnheiten reflektieren und versuchen, seinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten“, sagt Martin Knapp, Leiter des Referats Hütten und Wege des Alpenvereins Südtirol.
„Technische Maßnahmen wie Trockentoiletten“
Als mögliche Lösung setzen Alpenvereine zunehmend auf technische Maßnahmen wie Trockentoiletten. Diese sparen Wasser und erleichtern zudem die Abwasserreinigung. Auf den AVS-Hütten gibt es derzeit noch keine solchen Anlagen, für die neu zu errichtende Europahütte sind sie jedoch geplant.Besonders hochgelegene Hütten stehen vor großen Herausforderungen. Wasser aus Gletschern kann nicht einfach als Trinkwasser genutzt werden, sondern muss aufwendig gereinigt werden. Einzelne Hütten mussten in den vergangenen Jahren wegen versiegter Quellen sogar zeitweise schließen oder auf teure und ökologisch problematische Wassertransporte per Hubschrauber zurückgreifen.
Der Alpenverein Südtirol bittet Wanderer daher, den Wert des Trinkwassers bewusst wahrzunehmen und auch auf Hütten sparsam damit umzugehen. Empfohlen werden unter anderem kurze Waschvorgänge statt Duschen, ein bewusster Umgang beim Zähneputzen und Händewaschen sowie der Verzicht auf unnötige Wäschewechsel.
Tipps zum Wassersparen auf Schutzhütten
Duschen vermeiden: Eine Katzenwäsche mit einem Waschlappen reicht oft aus.
Wenn Duschen notwendig ist: Beim Einseifen das Wasser abdrehen.
Zähneputzen und Händewaschen: Wasser nur kurz und sparsam laufen lassen.
Trinkglas mehrfach verwenden: Getränke nachfüllen lassen, statt jedes Mal ein neues Glas zu verwenden.
Auf Merinowolle setzen: Merinoshirts bleiben länger frisch als Funktionsmaterialien und müssen nicht sofort gewaschen werden.
Weniger Wechselwäsche mitnehmen: Für eine Hüttennacht reichen meist ein frisches Shirt und Unterwäsche.


