Trockenheit
Hitzesommer: Kühe müssen früher von der Alm
Der trockene, heiße Sommer hat den Almen im Passeiertal und im Ultental zugesetzt. Alberich Hofer, Bergbauernvertreter im Südtiroler Bauernbund, geht davon aus, dass das Vieh von vielen Almen zehn bis 14 Tage früher abgetrieben werden muss, da es nicht mehr genügend Futter gibt. Gleichzeitig setzt der Mooser große Hoffnungen in die prognostizierten Regenmengen.
30 Prozent weniger Regen – „Aber (noch) nicht so dramatisch, wie um uns herum“
Seit Oktober 2025 fällt in Südtirol deutlich weniger Niederschlag als üblich. Die Trockenheit ist markant, aber laut Landesmeteorologe Dieter Peterlin noch nicht so dramatisch, wie in anderen Gebieten. Gleichzeitig geht die Hitzewelle weiter.
Wenn das Wasser auf der Schutzhütte knapp wird: Das sagt der AVS
Hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge machen auch den Schutzhütten in den Bergen zu schaffen. Besonders betroffen ist die Rieserfernerhütte. Der Alpenverein Südtirol (AVS) appelliert an Wanderer, bewusst und sparsam mit Trinkwasser umzugehen.
Donau: Rumänien leitet mit Sprengung Wasser ans AKW
Das Atomkraftwerk Cernavodă in Rumänien wird wegen des Niedrigwassers in der Donau nicht mehr ausreichend gekühlt. Die Marine hat nun in der Donau unter Wasser Sprengungen durchgeführt, um mehr Flusswasser in Richtung des Kernkraftwerks umzuleiten und die Folgen des historischen Niedrigwassers abzumildern.
Kastanien brauchen jetzt nur eines: Wasser
Bei der aktuellen Hitze denken die meisten wohl noch nicht an den goldenen Herbst sowie ans Kastanienbraten und Törggelen. Doch bereits in den nächsten Wochen entscheidet sich, wie sich die Größe der „Keschtn“, der Südtiroler Gelben, entwickeln wird. „Derzeit schaut es dort gut aus, wo ausreichend Wasser zur Verfügung steht und bewässert wird“, sagt Edelkastanien-Experte Hans Laimer über die landesweite Situation.
Abgesehen von Polizzen: Trockenheit verlangt auch aktives Risikomanagement
Dürreperioden werden häufiger und heftiger und setzen die Landwirtschaft zusehends unter Druck. Damit Betriebe nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben, bietet das HAKO Schutzkonsortium Südtirol eigene Polizzen an. Ob darüber hinaus zusätzliche Hilfen nötig sind, darüber ist nach einem Vorstoß im Landtag eine Debatte entbrannt.
Sartori: „Speicherbecken sind unabkömmliche Infrastruktur“
Angesichts des wegen der Trockenheit herrschenden Wassermangels unterstreicht der Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols die Bedeutung der Speicherbecken. Diese seien eine „unabkömmliche Infrastruktur für das Land und eine Form der modernen Wasserspeicherung im Sinne der Nachhaltigkeit.“
Wasser wird knapp: Sparsamer Umgang ist gefragt
Im Einzugsgebiet der Etsch wird das Wasser knapper. Deshalb hat die Ständige Beobachtungsstelle zur Nutzung der Wasserressourcen in den Ostalpen am heutigen Mittwoch die Warnstufe von niedrig auf mittel angehoben. Südtirol, Trentino und Venetien sind nun aufgerufen, Sparmaßnahmen umzusetzen.
Wassernotstand erreicht jetzt auch die Etsch: „Wir sind am Limit“
Die dritte Hitzewelle des Sommers fordert ihren Tribut. Seit Tagen liegt der Mindestablauf der Etsch im Mündungsgebiet bei Rovigo unter der Mindestmenge von 80 m3/sec und man riskiert das Eindringen von Salzwasser. Heute trifft sich das Koordinierungsgremium, um Maßnahmen zu ergreifen.
Wasserknappheit in Italien: Po führt immer weniger Wasser
Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzen Italien weiterhin stark unter Druck. Besonders im Norden des Landes verschärft sich die Wasserknappheit. Der Pegel des Po ist drastisch gesunken, wodurch die verfügbaren Wasserreserven für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen nur noch für wenige Tage ausreichen.
Ausgiebiger Regen: So massiv sind die Wasserstände der Flüsse gestiegen
Nach der anhaltenden Trockenheit und Wasserknappheit hat nun eine Gewitterlinie Südtirol erreicht. Gestern regnete es im ganzen Land in Strömen, und die Wassermassen sorgten nicht nur für zahlreiche Feuerwehreinsätze, sondern auch dafür, dass der Wasserstand der Flüsse sich praktisch über Nacht verdreifachte.
Alarm im Pustertal: Heuernte bricht um bis zu 80 Prozent ein
Die Pustertaler Landwirtschaft steht derzeit stark unter Druck: Denn aufgrund der anhaltenden Trockenheit ist die Heuernte vielerorts dramatisch eingebrochen. „Während es in guten Lagen Verluste von 40 bis 50 Prozent sind, machen sie in Hanglagen bis zu 80 Prozent aus“, sagt Bauernbund-Bezirksobmann Manfred Vallazza.
Trockenheit und Hitze: Erhöhte Waldbrandgefahr im ganzen Land
Aufgrund der geringen Niederschläge der vergangenen Wochen und der hohen Temperaturen besteht derzeit im gesamten Landesgebiet eine erhöhte Waldbrandgefahr, Wind in einigen Tälern kann die Situation zusätzlich verschärfen. Besonders hoch ist die Waldbrandgefahr derzeit im Vinschgau.
Wasserknappheit in Meran: Erste Stadtteile müssen Wasser rationieren
„Wenn die Berufsfeuerwehr mit den Tankwagen unsere Wasserreservoirs auffüllen muss, dürfte klar sein, dass wir ein Problem haben“, sagte gestern Bürgermeisterin Katharina Zeller. Es ist tatsächlich so, sagt Stadtwerke-Präsident Giorgio Balzarini, dass beispielsweise in den Wasserspeicher in Obermais weniger Wasser einfließt, als verbraucht wird. Für Obermais, das Zentrum und Sinich gelten nun Bewässerungsverbote – wer Pools füllt oder Autos wäscht, riskiert Geldstrafen.
Wasser wird knapper: Jetzt heißt es sparen
Die Trockenheit könnte in den kommenden Wochen zum Dauer-Problem werden – nicht nur für die Landwirtschaft: Die Umweltagentur ruft die Bürger dazu auf, den Wasserverbrauch einzuschränken für die Bewässerung von Gärten und Grünanlagen, für die Reinigung von Höfen und Plätzen – auch in touristischen Betrieben – sowie für das Waschen von Fahrzeugen.
Landwirtschaft: Neue Wege gegen Wassermangel
Während Wiesen und Felder noch grün wirken, könnte die nun möglicherweise anstehende Wasserknappheit vor allem in der Landwirtschaft für Probleme sorgen. „Noch könnte es sein, dass Niederschläge die Defizite ausmerzen“, meint Walter Guerra, Institutsleiter für Obst- und Weinbau am Versuchszentrum Laimburg. Doch bis dahin heißt es erst einmal sparen. Laut Guerra sei vor allem eines wichtig: „Das Wasser, das zur Verfügung steht, muss richtig verteilt werden.“
Waldbrandgefahr in Südtirol ist hoch – Vorsicht in der Silvesternacht
Die anhaltende Trockenheit in Südtirol birgt eine große Waldbrandgefahr: Aus diesem Grund mahnt der Landesforstdienst zur strikten Einhaltung der Bestimmungen zur Vorbeugung von Waldbränden. „Die Bevölkerung rufen wir eindringlich dazu auf, mit Feuerwerkskörpern äußerst vorsichtig umzugehen“, betont Landesforstdirektor Günther Unterthiner.
Peterlin: „Einen so trockenen Dezember gibt es nur etwa alle zehn Jahre“
Der letzte Monat des Jahres ist noch nicht ganz zu Ende, Landesmeteorologe Dieter Peterlin kann aber jetzt schon sagen, dass er besonders trocken und mild war. „Landesweit fiel nur rund 10 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge“ und bis zum Jahreswechsel dürfte sich nicht viel daran ändern.
Wo man in Südtirol „am meisten vom Klimawandel zu spüren bekommt“
Vorerst ist die Gefahr eines Wassernotstands in Südtirol gebannt: Die Niederschläge vom Herbst und der letzten 2 Wochen haben die natürlichen Wasserreserven aufgefüllt. Darauf weist Roberto Dinale, Direktor des Landesamtes für Hydrologie und Stauanlagen, unter Berufung auf die aktuellen Daten hin.
Die Wurzeln der weltweiten Wasserkrise
Im März 1977 trafen sich im argentinischen Mar del Plata Vertreter aus 116 Ländern zur ersten Wasserkonferenz der Vereinten Nationen. Damals erhielt die Veranstaltung sehr wenig Aufmerksamkeit. Die Weltpolitik wurde von einer Handvoll mächtiger Staaten dominiert, die meist in gemäßigten Zonen lagen, wo Wasserknappheit, schwere Verschmutzung und Überschwemmungen keine großen Probleme waren. Von Joshua Castellino



