Den Ausschlag für den Sieg der EU-Gegner mit 52,8 Prozent gaben die Wahlkreise außerhalb der Hauptstadt Reykjavík. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders RÚV bei hohen 82,5 Prozent. Gegen die Fortsetzung der vor 13 Jahren unterbrochenen Verhandlungen stimmten genau 12.701 Menschen mehr als dafür.
Zur Abstimmung aufgerufen waren gut 270.000 Isländerinnen und Isländer. Ein Fünftel von ihnen hatte nach Angaben des isländischen Fernsehens bereits im Vorfeld abgestimmt. Gültig waren insgesamt 223.379 Stimmen, ungültig waren 1.652.
„Sieg der Demokratie“
Die isländische Regierungschefin Kristrún Frostadóttir sieht die Ablehnung der Wiederaufnahme von EU-Beitrittsgesprächen durch die Mehrheit der Bevölkerung indes nicht als Rückschlag. Es sei stattdessen ein „Sieg der Demokratie“, sagte Frostadóttir in Reykjavík. „Es war das Versprechen der Regierung, dieses Referendum durchzuführen.“Frostadóttir bekräftigte ihre vor dem Referendum gegebene Zusage, sich an das Votum zu halten und die Gespräche in der aktuellen Legislaturperiode nicht weiterzuverfolgen. Das sei keine parteipolitische Angelegenheit, sagte sie. Die hohe Wahlbeteiligung von über 80 Prozent sei „großartig für Island“. Es sei eine „erfolgreiche Abstimmung“ gewesen. „Wir wussten, dass es knapp werden würde“, sagte sie. Bis zuletzt hatte Frostadóttir für das „Ja“ der rund 270.000 Abstimmungsberechtigten geworben - ohne Erfolg.


