Sonntag, 11. Januar 2026

Menschenrechtler sprechen von Hunderten Toten im Iran

Die Massenproteste im Iran halten trotz wachsender Todeszahlen, exzessiver Drohungen des Sicherheitsapparats und einer nahezu vollständigen Internetsperre weiterhin an. Menschenrechtler sprechen mittlerweile von Hunderten Toten. Es sei von 466 Toten auszugehen, teilte die Gruppe HRANA mit Sitz in den USA Sonntagnachmittag mit. Kurz zuvor war noch von 203 Toten die Rede. Laut Aktivisten weiteten sich die Demonstrationen unterdessen auf 185 Städte aus.

Die Menschen wollen endlich in Freiheit leben. - Foto: © AFP / KIRAN RIDLEY

Nach wiederholten Warnungen von US-Präsident Donald Trump drohte Parlamentspräsident Mohammed Baqer Qalibaf mit Vergeltung. Der iranische Präsident Massoud Pezeshkian warnte „Aufrührer“ vor weiteren Demonstrationen.

Es könne nicht zugelassen werden, dass „Aufrührer die Gesellschaft destabilisieren“, sagte Pezeshkian in einem am Sonntag ausgestrahlten Fernsehinterview. Die Bevölkerung rief er auf, „Vertrauen in unseren Willen zur Durchsetzung der Gerechtigkeit“ zu haben.

„Im Falle eines militärischen Angriffs durch die USA werden sowohl das besetzte Gebiet als auch die Zentren des US-Militärs und die Schifffahrt unsere legitimen Ziele sein“, sagte Parlamentspräsident Qalibaf am Sonntag in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede. Mit „besetztem Gebiet“ bezog sich Parlamentspräsident Qalibaf offenbar auf Israel, dessen Existenzrecht die Führung in Teheran nicht anerkennt.

Einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) zufolge verschärft Teheran die Unterdrückung von Protesten. „Das iranische Regime bezeichnet die Demonstranten nun nicht mehr als Randalierer, sondern als Terroristen“, teilte das ISW mit. Das deute darauf hin, dass die Führung eine kompromisslose Haltung gegenüber den anhaltenden Protesten eingenommen habe.

apa

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