Die meist jungen, männlichen Randalierer zogen durch die Stadt und setzten mehrere Fahrzeuge in Brand. Aus brennenden Wohnhäusern mussten in mehreren Teilen der Stadt Bewohner gerettet werden. Auch Geschäfte, darunter etwa ein türkischer Friseursalon, wurden beschädigt. Auf der Fassade eines Imbisslokals prangert ein islamfeindlicher Schriftzug, immer wieder sollen die Randalierer „Ausländer raus!“ skandiert haben. Zwei Beamte sind laut Polizei verletzt worden.
Damit kam es nur wenige Tage nach dem Aufruhr rund um den Mord an dem Studenten Henry Nowak in Großbritannien erneut zu Krawallen, die einem immer ähnlichen Muster zu folgen scheinen. Die Sorge vor einem neuen Krawallsommer wird immer größer.
Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilte die Krawalle aufs Schärfste. „Die Szenen in Belfast letzte Nacht waren schockierend und völlig inakzeptabel“, schrieb er in einem X-Beitrag. Menschen seien wegen ihrer Herkunft ins Visier genommen worden, „und das werde ich nicht tolerieren“, versicherte er. Die nordirische Regierungschefin, Michelle O'Neill, sprach auf X von „widerwärtiger Feigheit“, bei der maskierte Männer Familien aus ihren Häusern vertrieben hätten. Claire Hanna, die Vorsitzende der oppositionellen Social Democratic and Labour Party (SDLP), sprach von einem rassistisch motivierten Pogrom. Darüber hinaus kam es in London und anderen Teilen Großbritanniens zu Protesten.
Brutaler Angriff
Ein Video des Angriffs vom Montag, bei dem ein 40-jähriger Mann schwer an Rücken, Gesicht und Augen verletzt worden war, machte in sozialen Medien die Runde und wurde trotz Warnungen der Polizei vielfach geteilt. Darin ist zu sehen, wie ein Angreifer auf einem blutüberströmten Mann sitzt und diesen mit einem Messer drangsaliert. Nach einer Weile wagen sich mehrere Männer in die Nähe und versuchen, den Angreifer von seinem Opfer zu entfernen.Am Morgen nach den Krawallen kehrte laut britischen Medien zunächst zwar Ruhe ein, die Stadtbewohner blickten jedoch auf verwüstete Straßen und Chaos. Die Angst vor weiteren Krawallen ist allgegenwärtig - in sozialen Medien kursieren bereits die nächsten Protestaufrufe.


