Ob Klimaschutz, Digitalisierung oder Forschung: Der EU-Wiederaufbaufonds hat in den vergangenen Jahren wegweisende Projekte in ganz Italien finanziert.
Dass das Land beim festgelegten Konjunkturprogramm PNRR auf Kurs ist, betonte jüngst auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom: Sie sprach von einer „Herausforderung, die unmöglich schien“, verwies jedoch darauf, dass Italien „die Aufgabe erfüllt“ und seine europaweit führende Rolle bei der Umsetzung erfolgreich behauptet habe.
Warten auf die letzte Tranche
Nach Angaben der Regierung wurden bislang 166 Milliarden Euro aus dem europäischen Fonds ausgezahlt. Insgesamt seien 660.000 Projekte finanziert worden, davon rund 550.000 bereits abgeschlossen. Weitere etwa 100.000 Vorhaben befänden sich in einer fortgeschrittenen Umsetzungsphase.Die Gelder hat Brüssel in Raten ausgezahlt – und das auch nur, wenn vereinbarte Etappenziele erreicht wurden. Noch ausstehend ist die zehnte und letzte Tranche aus Brüssel in Höhe von 28,4 Milliarden Euro. Sie ist an die Erfüllung von 157 weiteren Vorgaben gekoppelt. Europaminister Tommaso Foti zeigte sich trotz des engen Zeitplans optimistisch, dass alle Ziele noch rechtzeitig umgesetzt werden können.
Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida betonte die Bedeutung der Investitionen in die Agrarwirtschaft. Die Mittel für den Sektor seien von ursprünglich 3,7 auf 8,9 Milliarden Euro erhöht worden. Dadurch solle die Versorgungssicherheit in Krisenzeiten gestärkt werden.
Im Bereich Digitalisierung kündigte Universitätsministerin Anna Maria Bernini den Ausbau der Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz rund um den Supercomputer Leonardo an. Bildungsminister Giuseppe Valditara hob Fortschritte bei der Bekämpfung des Schulabbruchs hervor. Die Quote sei auf 8,2 Prozent gesunken und liege damit erstmals unter dem EU-Durchschnitt. Seit 2023 seien rund 500.000 Jugendliche wieder in das Bildungssystem integriert worden.
Auch auf regionaler Ebene wurden zahlreiche Projekte umgesetzt. Der lombardische Regionalpräsident Attilio Fontana verwies auf mehr als 100.000 bereits abgeschlossene Projekte in der Region. In Südtirol sind bereits über 4.600 Projekte vom Fonds finanziert worden.


