Herr und Frau Südtiroler besitzen im Schnitt ein Nettovermögen von 395.100 Euro pro Kopf. Davon sind 266.400 Euro Sachvermögen wie Wohnungen und Grundstücke und 155.700 Euro Finanzvermögen wie Wertpapiere, Aktien sowie Spareinlagen und Bargeld, wie aus den Daten von Banca d'Italia zum Jahr 2024 hervorgeht.
Mit diesen Werten hebt sich Südtirol deutlich vom italienischen Durchschnitt von 199.000 Euro sowie von der Nachbarprovinz Trient mit 305.800 Euro ab. Ausschlaggebend für den Unterschied ist laut AFI vor allem das Sachvermögen. Mit durchschnittlich 266.400 Euro liegt es hierzulande doppelt so hoch wie im gesamtstaatlichen Durchschnitt von 114.700 Euro.
Gleichzeitig sind die Südtiroler jedoch auch verschuldet. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf durchschnittlich 27.400 Euro pro Kopf. Insgesamt ergibt sich daraus ein Schuldenstand von rund 14,5 Milliarden Euro, wobei Darlehen mit rund 11 Milliarden Euro den größten Anteil ausmachen.
Ausgaben um 30 Prozent höher als im Italienschnitt
So eindrucksvoll die Vermögenszahlen auf den ersten Blick erscheinen mögen: Südtirol zählt zugleich zu den Regionen mit den höchsten Lebenshaltungskosten. Daten des Statistikamtes Istat zeigen, dass die Ausgaben privater Haushalte in Trentino-Südtirol rund 30 Prozent über dem italienischen Durchschnitt liegen.Hinzu kommt eine vergleichsweise starke Ungleichheit der Konsumausgaben, betont das AFI. Die ausgabenstärksten 20 Prozent der Haushalte in Südtirol geben 6,7-mal mehr aus als die ausgabenschwächsten 20 Prozent. Damit fällt die Kluft deutlich größer aus als in der Provinz Trient (4,5) und im italienweiten Durchschnitt (4,9). Dies deutet auf größere Unterschiede im Lebensstandard hin. Auf diese Besonderheit verweist die Banca d'Italia selbst in ihrem jüngsten Bericht zur regionalen Wirtschaftsentwicklung.
Ein weiterer Hinweis auf den finanziellen Druck vieler Haushalte findet sich im AFI-Barometer. Dem jüngsten Sommerbarometer zufolge rechnen 44 Prozent der Südtiroler Arbeitnehmer damit, in den kommenden zwölf Monaten kein Geld ansparen zu können. Jeder vierte Befragte (25 Prozent) gibt zudem an, Schwierigkeiten zu haben, mit seinem Einkommen bis zum Monatsende auszukommen.



