Der Personalmangel ist keine Zukunftsfrage mehr, sondern längst Realität: Laut einer aktuellen Auswertung des Unternehmerverbandes Südtirol (UVS) ist jede zweite offene Stelle nur schwer zu besetzen. „Wir haben nicht einen Fachkräfte-, sondern generell einen Arbeitskräftemangel. Es fehlt in allen Bereichen und es braucht beides: Meister und Master“, sagt UVS-Direktor Mirco Marchiodi.
Haupttreiber dieser Entwicklung ist der demografische Wandel: Wegen der niedrigen Geburtenzahlen rückt weniger Personal nach, gleichzeitig kommt es mit den Babyboomern zur Pensionierungswelle: Allein dadurch sollen bis 2030 rund 30.000 Arbeitskräfte fehlen. Verschärft wird die Situation damit, dass viele junge Südtiroler dem Land den Rücken kehren – Stichwort Brain Drain. Pro Jahr verlassen 1.500 junge Menschen das Land.
Jugend und Unternehmen frühzeitig in Kontakt bringen
Vor diesem Hintergrund will der Unternehmerverband Südtirol verstärkt daran arbeiten, junge Menschen im Land zu halten. „Wir sind überzeugt, dass unsere Betriebe beim Brain-Drain Teil der Lösung sein können“, sagt Melanie Pernthaler, Präsidentin der Jungunternehmer im UVS.Dabei setzt der Verband auf zwei Hebel: Der erste ist der frühe Kontakt zwischen Jugend und Unternehmen. Dazu soll der „Open Day“ beitragen, der heuer erstmals landesweit stattfindet. Rund 120 Betriebe öffnen am 16. und 23. Oktober ihre Türen und gewähren Einblicke in Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten. Die Initiative richtet sich insbesondere an Schüler der zweiten und dritten Mittelschulklassen sowie der ersten Klassen von Ober- und Berufsschulen. „Ich bin überzeugt davon, dass viele Jugendliche, aber auch Eltern, nicht genau wissen, was in unseren Hallen Innovatives passiert“, sagt UVS-Vizepräsidentin Katrin Höller.
Duale Ausbildung stärken
Als zweiten Hebel sieht der Unternehmerverband die duale Ausbildung. Sie erleichtere den Einstieg in die Berufswelt und stärke die Bindung an heimische Betriebe. „Der Zuspruch für diese Ausbildungsform ist in den vergangenen Jahren sehr groß gewesen“, sagt Höller.Deshalb wünscht sich der UVS, das duale System schrittweise auch auf Hochschulebene auszubauen. Ansätze dafür gibt es bereits an der Freien Universität Bozen, wo im Bereich Ingenieurwesen ein duales Studienmodell angeboten wird.
Weitere Infos unter www.openday.bz.it



