Nach dem teilweisen Einsturz des Gerichtsgebäudes in Bozen vergangene Woche arbeiten die zuständigen Behörden weiter intensiv an einer alternativen Unterbringung der Büros. Die geplanten Ausweichräumlichkeiten sollen dabei für mindestens fünf Jahre genutzt werden. Das erklärte Landesrat Christian Bianchi bei einem Pressegespräch gemeinsam mit der Präsidentin des Landesgerichts Bozen, Francesca Bortolotti, am heutigen Freitag.
Bortolotti sprach von einer „Verletzung, bei der es glücklicherweise keine Opfer und Verletzten gegeben hat“. Gerade diese schwierige Situation habe jedoch die Verantwortlichen dazu gebracht, „sofort die Kraft zu finden, um sich zu organisieren“.
„Heute sind wir hier, um der gesamten Bevölkerung zu sagen, dass die Justiz nicht stehen geblieben ist und nicht stehen bleiben wird“, betonte die Gerichtspräsidentin.
Bereits am Vortag hatte im Regierungskommissariat ein Koordinierungstreffen stattgefunden, bei dem die weitere Unterbringung der Büros sowie die Suche nach einem neuen Standort besprochen wurden.
20 Angebote für neue Räumlichkeiten eingegangen
Landesrat Bianchi zeigte sich zufrieden mit der Zusammenarbeit der lokalen Institutionen: „Bozen hat sich äußerst geschlossen und koordiniert bewegt, um auf dieses Ereignis zu reagieren.“Bei der Suche nach einer neuen Unterbringung sei inzwischen ein wichtiger Schritt erreicht worden. „Heute können wir die Standorte noch nicht genau nennen, aber wir haben 20 Angebote erhalten. Die Lösung wurde gefunden und wird in den kommenden Tagen offiziell bekannt gegeben“, erklärte Bianchi.
Die ausgewählte Struktur soll die Gerichtsstellen für einen Zeitraum von mindestens fünf bis sechs Jahren aufnehmen.
Sensoren überwachen Gebäude rund um die Uhr
Um während der Räumung des beschädigten Gebäudes und des anschließenden Umzugs größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wird in den kommenden Tagen ein spezialisiertes Unternehmen Sensoren entlang des Gebäudebereichs installieren.Diese sollen rund um die Uhr mögliche Erschütterungen und Bewegungen überwachen, kündigte Bianchi an. Damit sollen die Arbeiten unter sicheren Bedingungen durchgeführt werden können.
Amt für Strafregister öffnet am Montag
Die Staatsanwaltschaft teilt indes mit, dass das Amt für Strafregister, das infolge des Einsturzes des Gerichtsgebäudes vorübergehend geschlossen war, ab Montag 27. Juli wieder geöffnet wird.Der Dienst wird nach Terminvereinbarung über die Internetseite der Staatsanwaltschaft erbracht. Termine können über den link: https://procurabolzano.giustizia.it/de/certificato_casellario _online.page beantragt werden.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bis 13:30 Uhr. Die neue vorübergehende Adresse befindet sich im Gebäude der Finanzämter, Gerichtsplatz 2, gegenüber dem Gerichtsgebäude, Eingang an der rechten Ecke, südwestlich des Innenhofs.


