Montag, 7. September 2026

Kompatscher zum AfD-Erfolg: „Es reicht nicht ,diese bösen Populisten‘ zu sagen“

„Das Wahlergebnis (in Sachsen-Anhalt, Anm. d. Red.) mit dem klaren Sieg der radikalen und populistischen Rechten macht uns Sorge, das ist klar. Es handelt sich aber natürlich auch um eine Botschaft, denn Studien zeigen, dass die Mehrheit derer, die diese Partei wählen, nicht rechtsextrem oder neonazistisch ist, sondern dass es Menschen sind, die mit der Arbeit der im Amt befindlichen Regierung sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene unzufrieden sind.“ So kommentiert Landeshauptmann Arno Kompatscher gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa den Erfolg der AfD.

„Wir müssen von dieser Botschaft der Schadensbegrenzung dazu übergehen, das Vertrauen in die Institutionen und vor allem in die moderaten Parteien wiederherzustellen“, folgert Landeshauptmann Kompatscher nach dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt. - Foto: © DLife

„Wir wissen, dass die Menschen, die Bürgerinnen und Bürger – und das betrifft ganz Europa – besorgt darüber sind, wie sich die Dinge entwickeln: der demografische Wandel, der Klimawandel und nicht nur das. Es geht um die großen Herausforderungen, die vor allem diejenigen beängstigen, die befürchten, im sozialen Aufzug nach unten zu fahren und nicht mehr das Leben von früher führen zu können“, sagt Kompatscher.

Ihm zufolge erscheint vielen die frühere Perspektive, dass es der nächsten Generation einmal besser gehen wird, „unwahrscheinlich; im Gegenteil, man glaubt, nur noch den Schaden begrenzen zu müssen.“

„Wir müssen von dieser Botschaft der Schadensbegrenzung dazu übergehen, das Vertrauen in die Institutionen und vor allem in die moderaten Parteien wiederherzustellen, denn die Populisten haben keine Strategie, sie versprechen Dinge, ohne überhaupt zu wissen, wie sie die Probleme anpacken sollen“, zeigt sich der Landeshauptmann überzeugt. „Es reicht jedoch nicht aus zu sagen ,diese bösen Populisten‘, wir müssen dann auch beweisen, dass wir es besser machen. Und das ist die Botschaft, die wir mitnehmen“, schließt Kompatscher.

ansa/kn

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