Zugleich bleibe die Vertretung der deutschen Sprachminderheit in den übrigen vier Wahlkreisen vollkommen abgesichert. Dass das Unterland und das Überetsch geschlossen dem Wahlkreis Meran zugeschlagen wurden, geht laut Urzì auf den gemeinsam getragenen Abänderungsantrag der SVP-Senatoren Meinhard Durnwalder und Julia Unterberger zurück. Urzì zeigte sich erfreut über die geschlossene Zustimmung von Mitte-Rechts und SVP, während er das Stimmverhalten der Mitte-Links-Opposition kritisierte.
Foppa: „Südtirol zerlegt wie das Fell eines Bären“
Aus dem Unterland kommen hingegen völlig andere Töne. Die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa findet harte Worte für die Absprache zwischen der Volkspartei und Fratelli d’Italia. „Die SVP hat die Rettung der eigenen Sitze vor die demokratische Vertretung gesetzt. Es war ihr gleich, das Unterland zu verkaufen“, so Foppa in einer ersten Stellungnahme.Der politische Pluralismus und die Mitbestimmung seien bei diesem Geschäft auf der Strecke geblieben. Durch die Aufteilung verliere das Unterland seine historisch gewachsene, sprachgruppenübergreifende Vertretungsfunktion. Foppa sieht darin nach dem Eintritt von Fratelli d'Italia in die Landesregierung den nächsten Wendepunkt: Am Ende der Ära Kompatscher stehe ein Südtirol, das ethnisch getrennter sei als je zuvor.


