Montag, 14. September 2026

Wahlkreis-Einteilung: Freude bei Urzì, Ärger bei den Grünen

Die im Senat beschlossene Neugliederung der Südtiroler Senatswahlkreise stößt in der heimischen Politik auf konträre Reaktionen. Während der Fratelli-d’Italia-Abgeordnete Alessandro Urzì von einem „Sieg für alle Beteiligten“ spricht, übt die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa scharfe Kritik an der SVP und wirft ihr einen Deal auf dem Rücken des Unterlandes vor.

Die Reform der Wahlkreise in Südtirol sorgt weiter für erhitze Gemüter. - Foto: © DLife

Für Alessandro Urzì geht mit dem neu zugeschnittenen Wahlkreis Bozen/Leifers ein zentrales Anliegen der italienischen Mitte-Rechts-Parteien in Erfüllung.Damit sei gewährleistet, dass einer der insgesamt fünf Südtiroler Sitze in Rom (zwei in der Kammer, drei im Senat) verlässlich an die italienische Sprachgruppe gehe.

Alessandro Urzì - Foto: © ANDREAS KEMENATER



Zugleich bleibe die Vertretung der deutschen Sprachminderheit in den übrigen vier Wahlkreisen vollkommen abgesichert. Dass das Unterland und das Überetsch geschlossen dem Wahlkreis Meran zugeschlagen wurden, geht laut Urzì auf den gemeinsam getragenen Abänderungsantrag der SVP-Senatoren Meinhard Durnwalder und Julia Unterberger zurück. Urzì zeigte sich erfreut über die geschlossene Zustimmung von Mitte-Rechts und SVP, während er das Stimmverhalten der Mitte-Links-Opposition kritisierte.

Foppa: „Südtirol zerlegt wie das Fell eines Bären“

Aus dem Unterland kommen hingegen völlig andere Töne. Die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa findet harte Worte für die Absprache zwischen der Volkspartei und Fratelli d’Italia. „Die SVP hat die Rettung der eigenen Sitze vor die demokratische Vertretung gesetzt. Es war ihr gleich, das Unterland zu verkaufen“, so Foppa in einer ersten Stellungnahme.

Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa - Foto: © Manuela Tessaro



Der politische Pluralismus und die Mitbestimmung seien bei diesem Geschäft auf der Strecke geblieben. Durch die Aufteilung verliere das Unterland seine historisch gewachsene, sprachgruppenübergreifende Vertretungsfunktion. Foppa sieht darin nach dem Eintritt von Fratelli d'Italia in die Landesregierung den nächsten Wendepunkt: Am Ende der Ära Kompatscher stehe ein Südtirol, das ethnisch getrennter sei als je zuvor.

stol

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