Montag, 27. April 2026

„Buy Now, Pay Later“ – die versteckte Schuldenfalle

Sofort einkaufen, später bezahlen: Das Zahlungsmodell „Buy Now, Pay Later“ wird auch in Italien immer beliebter, zeigt ein Bericht der Banca d’Italia. Die Verbraucherschützer hierzulande warnen jedoch vor finanziellen Risiken.

Laut Banca d’Italia ist die Nutzung von BNPL in Italien deutlich gestiegen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Das Modell klingt verlockend: Mit wenigen Klicks kauft man online ein Produkt oder eine Dienstleistung, leistet eine geringe Anzahlung und begleicht den Rest in meist zinslosen Raten. Gerade für Menschen mit begrenztem Budget erscheint BNPL als einfache Möglichkeit, finanzielle Spielräume zu erweitern.

Nutzung von BNPL wächst rasant

Eine aktuelle Umfrage der Banca d’Italia zeigt, dass die Nutzung von BNPL stark zunimmt: Während 2022 nur rund vier Prozent der Haushalte diese Zahlungsform nutzten, waren es 2025 bereits 30 Prozent. Besonders verbreitet ist BNPL bei jüngeren Haushalten, zunehmend greifen jedoch auch finanziell vulnerable Bevölkerungsgruppen darauf zurück. Häufig wird BNPL für den Kauf von elektronischen Geräten, Kleidung und Haushaltsgeräten bzw. Möbeln verwendet.

Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) und das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen sehen diese Entwicklung kritisch. Sie warnen insbesondere davor, dass das Modell spontane Kaufentscheidungen begünstigt und Konsumenten leicht den Überblick über ihre Ausgaben verlieren können. Das erhöhe das Risiko einer Überschuldung erheblich.

Zudem sei vielen Nutzern nicht bewusst, dass es sich bei BNPL faktisch um einen Kredit handelt, der fristgerecht zurückgezahlt werden muss. Bei verspäteten Zahlungen drohen zusätzliche Gebühren und finanzielle Belastungen.

Ab November: Mehr Rechte für Verbraucher

Eine wichtige Änderung bringt die neue europäische Verbraucherkreditrichtlinie, die am 20. November 2026 in Kraft treten soll. Künftig werden nahezu alle BNPL-Modelle sowie Kleinkredite unter 200 Euro als reguläre Verbraucherkredite eingestuft. Anbieter sind dann verpflichtet, die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden zu prüfen und umfassend über sämtliche Vertragsbedingungen zu informieren.

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, Überschuldung vorzubeugen und die finanzielle Belastbarkeit der Verbraucher besser einzuschätzen.

Unabhängig davon raten Verbraucherschützer, die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen, nur notwendige Anschaffungen zu tätigen und ausschließlich seriöse sowie etablierte Anbieter zu nutzen.

wir

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