Asyl
Zahl illegaler Grenzübertritte in EU heuer gesunken
Die Zahl der irregulären Grenzübertritte in die EU ist in den ersten sechs Monaten 2026 weiter zurückgegangen: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der aufgedeckten Fälle laut am Freitag veröffentlichten Frontex-Zahlen um 37 Prozent. Nach vorläufigen Daten wurden mehr als 49.000 irreguläre Übertritte registriert. Der stärkste Rückgang war auf der westafrikanischen Route zu verzeichnen; hier kamen zwei Drittel weniger Menschen etwa aus Marokko oder Senegal an.
EU-Kommission will Schleppern das Geld kappen
Mit neuen Verboten will die EU-Kommission stärker gegen Schlepper vorgehen - und dafür vor allem auf die Einkünfte der Kriminellen abzielen. Am Donnerstag wurden daher neue Sanktionen angekündigt, die dem illegalen Geschäftsmodell Einhalt gebieten sollen. Es gehe nun darum, „dass die Finanzströme der organisierten Kriminalität gekappt werden“, erklärte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP) am Donnerstag vor Journalisten in Wien.
Papst Leo XIV. besucht Flüchtlingsinsel Lampedusa
Papst Leo XIV. besucht am Samstag die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Das Oberhaupt der katholischen Kirche will dort an das Schicksal von Migranten erinnern, die auf oftmals seeuntauglichen Booten die gefährliche Überfahrt über das Meer wagen. Die kleine Insel gilt seit langer Zeit als einer der Brennpunkte der Migrationsbewegung aus Afrika nach Europa. Rund dreieinhalb Stunden wird Leo auf Lampedusa verbringen. Höhepunkt ist eine große Messe unter freiem Himmel.
Deutschland weitet Abschiebungen nach Afghanistan aus
In Absprache mit der radikalislamischen Taliban-Regierung in Kabul weitet Deutschland die Abschiebungen afghanischer Straftäter in ihre Heimat aus. Künftig seien drei Charterflüge pro Monat für derartige Abschiebungen möglich, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Darüber hinaus seien „jederzeit“ auch Einzelrückführungen über Linienflüge nach Afghanistan möglich.
EU: 19 Staaten drängen auf Rückkehrzentren
19 EU-Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), drängen am Rande des EU-Gipfels darauf, Asylverfahren und Rückführungen in Drittstaaten konsequent und gemeinsam durchzuführen. Sie wollen dazu gemeinsame Rückkehrzentren in Nicht-EU-Staaten nutzen. Die EU-Kommission wird in einem Brief ersucht, diese Bemühungen auch finanziell zu unterstützen. UNHCR und IOM sowie andere internationale Organisationen sollten sich an dem Prozess beteiligen.
EU-Parlament gibt grünes Licht für umstrittenes Abschiebegesetz
Das EU-Parlament hat am Mittwoch in Straßburg mit klarer Mehrheit Grünes Licht für das umstrittene „EU-Abschiebegesetz“ gegeben. Das vor einem Jahr von Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP) präsentierte Gesetz ermöglicht schnellere und effizientere Rückführungen von Menschen aus Drittstaaten, die sich illegal in der EU aufhalten. Auch Rückführzentren in Drittstaaten können nun errichtet werden. Diese „Return Hubs“ sollen möglich sein, wenn es einen Rückführbescheid gibt.
Hochrechnung: Schweiz lehnt strikte Einwohner-Obergrenze ab
Die Schweizer haben eine strikte Begrenzung der Einwohnerzahl wohl abgelehnt. Hochrechnungen zufolge sprachen sich rund 55 Prozent gegen den Vorschlag der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) aus, die Wohnbevölkerung bei zehn Millionen Menschen zu deckeln. Lukas Golder vom Umfrageinstitut gfs.bern sagte im Schweizer Fernsehen SRF, dass die französischsprachige Westschweiz und die Städte entscheidend für das Scheitern der Volksabstimmung gewesen seien.
Papst will Flüchtlingsdrama auf Kanaren sichtbar machen
Noch nie hat ein Papst die Kanarischen Inseln besucht. Doch nun besucht Leo XIV. im Zuge seiner Spanien-Reise auch die Atlantik-Inseln vor der Küste Westafrikas. Der Grund: Das Oberhaupt der katholischen Kirche möchte das dortige Flüchtlingsdrama für die ganze Welt sichtbar machen. Das weltweite Migrationsdrama liegt dem Papst am Herzen.
EU-Innenminister beraten Return Hubs und neuen Asylpakt
Großes Thema beim Rat der EU-Innenminister am Donnerstag in Luxemburg wird die vorläufige Einigung auf das „EU-Abschiebegesetz“ zwischen EU-Parlament und -Ländern und die damit möglichen, umstrittenen Rückführzentren in Drittstaaten („Return Hubs“) sein. Auch der Umsetzungsstand des neuen EU-Asyl-und Migrationspakts, der am 12. Juni in Kraft tritt, wird diskutiert.
Papst will Flüchtlingsdrama auf Kanaren sichtbar machen
Noch nie hat ein Papst die Kanarischen Inseln besucht. Doch nun besucht Leo XIV. im Zuge seiner am Samstag beginnenden Spanien-Reise auch die Atlantik-Inseln vor der Küste Westafrikas. Der Grund: Das Oberhaupt der katholischen Kirche möchte das dortige Flüchtlingsdrama für die ganze Welt sichtbar machen. Das weltweite Migrationsdrama liegt dem Papst am Herzen.
Mehr Menschen durch Gewalt als durch Katastrophen vertrieben
Erstmals sind im vergangenen Jahr weltweit mehr Menschen durch Konflikte und menschengemachte Gewalt in ihrem Heimatland vertrieben worden als durch Naturkatastrophen. Das berichtete die renommierte Beobachtungsstelle für Binnenvertriebene (IDMC) am Dienstag in Genf. 2025 registrierte sie 32,2 Millionen Vertreibungen durch Konflikte und Gewalt, 60 Prozent mehr als im Jahr davor. Fast zwei Drittel davon betrafen den Iran und die Demokratische Republik Kongo.
Weltmigrationsbericht 2026: So viele Vertreibungen wie nie
Mehr Menschen als je zuvor sind Vertriebene. Das geht aus dem Weltmigrationsbericht 2026 der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Über 120 Millionen Menschen lebten Ende 2024 in Vertreibung. Dabei waren insgesamt mehr als 83 Millionen Menschen innerhalb ihres Landes auf der Flucht. Allein im Jahr 2024 habe es geschätzt 65,8 Millionen neue Binnenvertreibungen gegeben, dabei waren Naturkatastrophen die häufigste Ursache.
Papst ernennt illegal Eingewanderten zum US-Bischof
Die Ernennung eines neuen Bischofs in der republikanischen Hochburg West Virginia hat für internationales Aufsehen gesorgt. Evelio Menjivar-Ayala war im Jahr 1990 illegal in die USA eingewandert. Wie der Vatikan am Freitag mitteilte, ernannte Papst Leo XIV. den 55-jährigen Menjivar-Ayala zum Bischof der US-Diözese Wheeling-Charleston. Darüber berichtete die Katholische Presseagentur Kathpress am Samstag.
Fast jeder vierte Asylerstantrag in EU von Minderjährigen
Fast jeder vierte Asylerstantrag in der EU kam 2025 von Minderjährigen. Etwa 158.400 der Schutzsuchenden waren im vergangenen Jahr unter 18 Jahre alt - das entspricht einem Anteil von 23,7 Prozent aller Erstanträge, wie aus Daten des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht.
Kompatscher drängt auf Umverteilung von Asylbewerbern
Deutschland und Österreich schieben Asylwerber ab, die dann in Bozen stranden. „Sie können aber nicht alle bei uns bleiben“, stellt Landeshauptmann Kompatscher klar. Über eine Umverteilung werde er Gespräche mit dem Innenminister führen. SVP-Senatorin Julia Unterberger will das Thema heute im Senat aufs Tapet bringen.
„Wohnungen sind für Flüchtlinge nicht gratis“
Auf den Leim gegangen? 13.000 Bürger haben in einer selbst gefertigten Umfrage der Süd-Tiroler Freiheit Nein zu „Gratis-Wohnungen“ für Flüchtlinge gesagt, doch gratis kriegen sie die Wohnungen nicht. Doch Platz für Populismus entsteht auch, weil Landesrätin Rosmarie Pamer mit Zahlen hinter dem Berg hält. Sie weiß selbst noch nicht, wie hoch der Beitrag der 94 Flüchtlingsfamilien, die auf 94 Gemeinden verteilt werden sollen, ausfällt.
Kurdin im Rollstuhl mit vier Kindern in Bozen gestrandet: „Absolut untragbar“
Österreich hat mit April sein Asylrecht verschärft, Deutschland nutzt Verfahren konsequent. Also wird abgeschoben: Zu Ostern eine Kurdin (im Rollstuhl) mit vier Kindern, die nach einem Stopp im Spital in einem Bozner Hotel gestrandet sind – als eine von fünf Familien allein letzte Woche. Für heute ist ein Sicherheitsgipfel im Regierungskommissariat einberufen.
NGO beklagt 800 Tote im Mittelmeer seit Jahresbeginn
Nachdem bei einem Bootsunglück im Mittelmeer mehr als 80 Migranten vermisst werden, beklagt die Hilfsorganisation „Save the Children“, dass bereits mehr als 800 Menschen in diesem Jahr bei Seefahrten über das Mittelmeer ums Leben gekommen sind. „Seit 2014 sind fast 34.500 Menschen im Mittelmeer gestorben oder verschwunden, während sie versuchten, eine mögliche bessere Zukunft zu erreichen“, so die Hilfsorganisation in einer Presseaussendung.
Trumps-Grenzschützer Bovino wird vorzeitig pensioniert
Der als Symbolfigur der radikalen Migrations- und Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump bekanntgewordene Grenzschutzkommandeur Greg Bovino tritt Ende März vorzeitig in den Ruhestand - ein Jahr vor dem für Beamte der Behörde CBP verpflichtenden Pensionierungsalter von 57 Jahren. Die „New York Times“ und das rechte Internetportal „Breitbart“ bekamen Bovinos Rückzug von ihm selbst bestätigt.
Tausende Tote auf Migrationsrouten im vergangenen Jahr
Im vergangenen Jahr sind mindestens 7.667 Menschen auf Migrationsrouten weltweit verschollen oder umgekommen. Diese Fälle konnten dokumentiert werden, berichtet die UNO-Organisation für Migration (IOM). Die wahre Zahl liege wohl deutlich höher, aber viele Fälle könnten nach dem drastischen Rückgang der Gelder für Hilfsorganisationen nicht mehr dokumentiert werden. Im Jahr davor war 9.200 Todesfälle registriert worden, so viele wie nie seit Beginn der Erhebungen 2014.
Kubaner in Gewahrsam von US-Einwanderungsbehörde getötet
Der Tod eines Kubaners in einer Haftanstalt der US-Einwanderungsbehörde (ICE) wird laut einem gerichtsmedizinischem Befund als Tötung eingestuft. Der 55 Jahre alte Mann sei aufgrund von Druck auf Hals und Oberkörper erstickt, berichten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf den Bericht der Gerichtsmedizin El Paso im US-Staat Texas. Die rechtsmedizinischen Ergebnisse stehen damit im Widerspruch zu Aussagen von ICE, wonach der 55-jährige durch Suizid gestorben sein soll.
Österreicher für härteren Asyl-Kurs
Die Österreicher unterstützen mit großer Mehrheit einen schärferen Kurs gegenüber Flüchtlingen. Das legt zumindest der vom Innenministerium in Auftrag gegebene „Themenmonitor“ nahe, für den das Institut IPSOS mehr als 1.200 Personen befragt hat. Demnach wollen die Österreicher, dass Personen, die über Schlepper ins Land gekommen sind, keinen Asylantrag stellen können. Ferner befürwortet man die Verpflichtung zu gemeinnützigen Arbeiten.
Flüchtlingsboot sinkt vor gambischer Küste - Mehr als 30 Tote
Bei einem Bootsunglück vor der Küste Gambias in der Neujahrsnacht sind nach jüngsten Angaben der Regierung mindestens 31 Flüchtlinge ertrunken. „Viele weitere Menschen werden vermisst und sind vermutlich tot“, erklärte die Regierung des westafrikanischen Landes am Montag. 15 Leichen seien in Gambia und 16 weitere im Nachbarland Senegal geborgen worden. Zuvor war von mindestens sieben Todesopfern die Rede gewesen.
Lettland stellt Grenzzaun zu Russland fertig
Lettland hat seine Ostgrenze zu Russland dauerhaft mit einem Zaun befestigt. Nach Angaben der staatlichen Immobilienverwaltung wurden die letzten fertiggestellten Abschnitte offiziell übergeben. Ein veröffentlichtes Video zeigte einen mit Stacheldraht verstärkten Schutzzaun, neben dem Patrouillenwege auf dem Grenzstreifen verlaufen. Damit gebe es auf einer Länge von rund 280 Kilometern eine durchgehende Barriere, teilte die Behörde des baltischen EU- und NATO-Landes mit.
27 Europaratsstaaten fordern Kurswechsel bei Migration
27 der 46 Mitgliedstaaten des Europarates, darunter Österreich, fordern einen Kurswechsel bei der Migration. Sie unterzeichneten am Mittwoch - dem Tag der Menschenrechte - beim informellen Ministerkomitee in Straßburg eine gemeinsame Erklärung, in der eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Systems der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verlangt wird. „Die EMRK darf nicht die Falschen schützen“, betonte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) in einer Aussendung.
EU-Staaten einig: Strengere Regeln bei Abschiebungen geplant
Die EU-Staaten wollen den Druck auf abgelehnte Asylbewerber erhöhen und Abschiebungen effizienter abwickeln. Dafür sollen Menschen ohne Bleiberecht neue Pflichten erhalten und bei mangelnder Kooperation mit Leistungskürzungen rechnen müssen. Das teilten die Mitgliedsländer nach einer Einigung bei einem Treffen der europäischen Innenminister in Brüssel mit. Auch Rückführungszentren in Drittstaaten sollen demnach per Verordnung möglich sein.
EU-Innenminister sollen gewichtige EU-Asylgesetze billigen
Die EU-Innenministerinnen und -minister wollen am Montag in Brüssel ihre Positionen zu gewichtigen Teilen des EU-Asyl- und Migrationspakts beschließen: 3 Verordnungen sollen Rückführungsverfahren sowie Asylverfahren in der gesamten EU schneller, einfacher und effizienter machen. Zudem strebt die dänische Ratspräsidentschaft eine Einigung zum neuen Solidaritätspool zur Verteilung von Asylsuchenden an.



