Mittwoch, 15. Juli 2026

So geht es den Arbeitnehmern in Südtirol

Trotz Irankriegs und gestiegenen Energiepreisen hat sich die Stimmung unter Südtirols Arbeitnehmern aufgehellt. Laut jüngstem AFI-Barometer bewerten die Beschäftigten die wirtschaftliche Entwicklung und die eigene finanzielle Lage positiver.

Das Stimmungsbild bei Südtirols Arbeitnehmern bleibt positiv. - Foto: © Shutterstock / shutterstock



„Unter den Arbeitnehmern überwiegt derzeit der Optimismus“, betont AFI-Präsident Stefano Mellarini. Mit Blick auf die heimische Wirtschaft erwarten 30 Prozent der Befragten in den kommenden Monaten eine Verbesserung, 58 Prozent rechnen mit einer unveränderten Lage. Auch die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz hat spürbar nachgelassen: Schätzten im Frühjahr noch 16 Prozent das Risiko eines Jobverlusts als hoch ein, sind es aktuell nur noch neun Prozent.

Leicht verbessert haben sich auch die Einschätzungen zur eigenen finanziellen Lage. Zwar gibt immer noch ein Viertel der Befragten an, mit dem Einkommen nur schwer über die Runden zu kommen – im Frühjahr lag dieser Wert allerdings noch bei 29 Prozent. Dennoch bleibt die finanzielle Belastung hoch: 44 Prozent der Arbeitnehmer gehen davon aus, im kommenden Jahr kein Geld beiseitelegen zu können. Für beide Indikatoren sind dies dennoch die besten Werte seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Dass sich die Stimmungslage gebessert hat, führt Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof zum Teil auf die Lohnanpassungen im öffentlichen Dienst zurück. „Insbesondere die strukturellen Inflationsanpassungen im öffentlichen Sektor, die im November umgesetzt wurden und von denen rund 44.000 Beschäftigte in Südtirol profitieren, haben ihren Beitrag geleistet“, so Amhof.

BIP-Prognose bleibt unverändert bei 0,9 Prozent

Die wirtschaftlichen Indikatoren zeigen sich robust. Die Arbeitslosigkeit ist mit 1,9 Prozent weiterhin gering, der Tourismus verbucht steigende Nächtigungen, die Kreditvergabe zieht an. Einzig die Inflation ist infolge des Energiepreisschocks angestiegen und lag im Mai bei 3,4 Prozent.

Für das Jahr 2026 hält das AFI weiterhin an seiner Wachstumsprognose von plus 0,9 Prozent für Südtirol fest. Damit positioniert sich das Institut im Mittelfeld der lokalen Wirtschaftsforscher (Astat: Plus 1,0 Prozent; Wifo: Plus 0,5 bis 0,9 Prozent).

ber

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